Menschenrechtsverein


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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
0120-Teheran-500
11. Februar 2022

Repressalien gegen regimekritische Lehrerinnen und Lehrer im Iran nehmen zu

Menschenrechtler rufen die Weltgemeinschaft auf, sich mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass alle Lehrerinnen und Lehrer, die im Iran inhaftiert sind, weil sie sich menschenrechtlich oder gewerkschaftlich engagieren, umgehend und bedingungslos freigelassen werden.

Nach Angaben iranischer Menschenrechtler hat das Teheraner Regime die Verfolgungsmaßnahmen gegen regimekritische Lehrerinnen und Lehrer verschärft, insbesondere wenn sie sich innerhalb der Lehrer-Gewerkschaft für soziale Gerechtigkeit und gegen die Unterdrückung engagieren. Hier Beispiele:

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Jafar Ebrahimi (Bild), Mitglied der iranischen Lehrer-Gewerkschaft, wurde Ende Januar 2022 von einem Regime-Gericht in der nahe Teheran gelegenen Stadt Karaj zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Er war wegen angeblicher „Gefährdung der Staatssicherheit“ angeklagt worden, weil er sich für die Rechte der Lehrer engagiert und gegen die Gewalt protestiert hat, mit der das Regime friedliche Bürgerproteste niederschlägt.

Zahmatkesh-150

Am 31. Januar, als im ganzen Iran Protestkundgebungen von Lehrkräften stattfanden, wurden mehrere Lehrer verhaftet, darunter sind Ali Zahmatkesh (Bild), Asghar Amirzadegan und Ghahreman Kiani aus der südiranischen Stadt Shiraz, Ahmad Heydari aus Teheran sowie Jabbar Doosti und Shaaban Mohammadi aus der westiranischen Stadt Mariwan.

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Bereits am 19. Januar wurde der Lehrer Mohammad-Taghi Falahi (Bild), der Generalsekretär der Teheraner Lehrer-Gewerkschaft ist, von Regime-Gardisten in seiner Wohnung verhaftet und ins Teheraner Evin-Gefängnis gebracht.

Kabiri-150

Die Lehrerin Maryam Kabiri (Bild), die an einem Teheraner Gymnasium unterrichtet, wurde am 13. Januar im Evin-Gefängnis inhaftiert, nachdem Regime-Gardisten eine Razzia in ihrem Haus durchgeführt hatten.

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Bereits im Dezember 2021 hatte der Der Lehrer-Gewerkschaftsbund Bildungsinternationale (Education International), dem Bildungsgewerkschaften aus der ganzen Welt angehören, den Stopp der Repressalien gegen Lehrkräfte im Iran gefordert. Diese hätten das Recht, angemessene Gehälter und die Freilassung inhaftierter Kollegen zu verlangen, ohne Gewalt oder willkürliche Festnahmen befürchten zu müssen.

Lehrerinnen und Lehrer protestieren weiter für ihre Rechte und gegen Unterdrückung

Trotz der Repression dauern die Lehrerproteste im Iran an. Vom 29. bis zum 31. Januar haben Lehrerinnen und Lehrer in mehr als 100 iranischen Städten mit Streiks und Protestkundgebungen für bessere Arbeitsbedingungen, gerechte Löhne, das Ende von Repressalien und Diskriminierungen und die Freilassung inhaftierter Kollegen demonstriert. Großkundgebungen gab es in der Hauptstadt Teheran und den Provinzhauptstädten Shiraz, Isfahan, Mashhad, Ahvaz und Tabriz.

Die Gehälter der Beschäftigten im iranischen Bildungsbereich wurden seit Jahren nicht an die wirtschaftliche Situation des Landes angepasst. Immer wieder müssen Lehrkräfte monatelang auf die Auszahlung ihrer Gehälter warten. Viele von ihnen sind inzwischen verarmt. Das Regime ignoriert die Forderungen, kürzt die Mittel für den Bildungsbereich weiter und reagiert mit Unterdrückung auf die Proteste.

Hier Videoaufnahmen und Fotos von den Streiks und Protestkundgebungen vom 29. bis zum 31. Januar 2022:

Video: Lehrerproteste im Iran

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Der Iran ist Vertragsstaat des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte und des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, welche das Recht jeder Person garantieren, Gewerkschaften ihrer Wahl zur Förderung und zum Schutz ihrer wirtschaftlichen und sozialen Interessen zu gründen und diesen beizutreten. Mit der Verfolgung von Gewerkschaftern verletzt das Teheraner Regime seine internationalen Menschenrechtsverpflichtungen.

Menschenrechtler rufen die Weltgemeinschaft auf, sich mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass alle Lehrerinnen und Lehrer, die im Iran inhaftiert sind, weil sie sich menschenrechtlich oder gewerkschaftlich engagieren, umgehend und bedingungslos freigelassen werden.



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