Menschenrechtsverein


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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
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02. Mai 2022

IRAN: Mutige Protestbewegung von Lehrerinnen und Lehrern

Zivilcourage gegen Gewaltherrschaft: Erneut haben Beschäftigte im Bildungsbereich in 50 iranischen Städten für ihre Rechte demonstriert. Das Regime reagierte mit Unterdrückung auf die friedlichen Kundgebungen. Allein in Teheran wurden über 70 protestierende Lehrkräfte verhaftet.

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Iran: Lehrerinnen und Lehrer fordern die Freilassung inhaftierter Kollegen.

Im Iran stellen sich immer mehr Beschäftigte im Bildungsbereich der Diktatur entgegen. In den letzten Monaten haben tausende Lehrerinnen und Lehrer in über 100 iranischen Städten an großen Protestkundgebungen und Streiks mitgewirkt, die von den Lehrergewerkschaften organisiert wurden.

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Die Lehrkräfte fordern bessere Arbeitsbedingungen, gerechte Löhne und das Ende der Diskriminierung und Unterdrückung. Die Protestbewegung macht die korrupte Diktatur für die Vernachlässigung des Bildungsbereichs und die soziale Ungerechtigkeit im Iran verantwortlich und fordert Demokratie und Freiheit.

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Die Gehälter der Beschäftigten im iranischen Bildungsbereich wurden seit Jahren nicht an die wirtschaftliche Situation des Landes angepasst. Immer wieder müssen Lehrkräfte monatelang auf die Auszahlung ihrer Gehälter warten. Das Regime ignoriert ihre Forderungen und kürzt die Mittel für den Bildungsbereich weiter.

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Am 21. April gab es erneut Protestdemonstrationen von Lehrerinnen und Lehrern in über 50 iranischen Städten. Das Regime reagierte mit Unterdrückung auf die friedlichen Kundgebungen. Allein in Teheran sperrten Regime-Truppen ganze Straßenzüge ab, um die Demonstrationen zu verhindern. Nach Angaben der iranischen Bildungsgewerkschaften wurden in der Hauptstadt über 70 protestierende Lehrkräfte verhaftet, darunter ca. 40 Frauen. Unter den Festgenommenen ist die gewerkschaftlich engagierte Lehrerin Shahrzad Ghadiri. Den Verhafteten drohen nun Gefängnisstrafen wegen „Gefährdung der Staatssicherheit“.

Im Iran wurden bereits zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer wegen ihres menschenrechtlichen oder gewerkschaftlichen Einsatzes von der Regime-Justiz zu Haftstrafen verurteilt. Hier Beispiele:

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Die 30-jährige Lehrerin Zahra Mohammadi setzt sich für die Menschenrechte der kurdischen Volksgruppe im Iran ein. Sie hat Unterrichtskurse geleitet, in denen Kinder die kurdische Sprache lernen konnten. Allein aufgrund dieses friedlichen Einsatzes hat die Regime-Justiz die Lehrerin zu fünf Jahren Haft verurteilt. Sie ist seit Januar 2022 im Gefängnis der nordwestiranischen Stadt Sanandaj in Haft.

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Mitte April wurde der Lehrer Rasoul Bodaghi in Teheran wegen seines gewerkschaftlichen Engagements zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Rasoul Bodaghi ist Mitglied in der Lehrergewerkschaft des Teheraner Vorortes Islamshahr. In den letzten Jahren war er schon mehrfach wegen seiner Mitwirkung an friedlichen Lehrerprotesten in Haft.

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Die ehemalige Lehrerin Alieh Eghdamdoust (69) engagiert sich seit vielen Jahren für Bürgerrechte und unterstützt die Lehrerproteste im Iran. Am 7. Februar 2022 wurde sie in ihrer Wohnung in der nordiranischen Stadt Fooman festgenommen. Seither befindet sie sich im Teheraner Evin-Gefängnis in Isolationshaft. Alieh Eghdamdoust wird seit Jahren von der Regime-Justiz verfolgt. Im September 2018 wurde sie wegen ihrer Mitwirkung an Lehrer-Protesten festgenommen und zu neun Monaten Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt. Berichten zufolge drohen ihr neue Anklagen wegen angeblicher „staatsfeindlicher Propaganda“.

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Bereits im Dezember 2021 hat der Lehrer-Gewerkschaftsbund Bildungsinternationale (Education International), dem Bildungsgewerkschaften aus der ganzen Welt angehören, den Stopp der Repressalien gegen Lehrkräfte im Iran gefordert. Diese hätten das Recht, angemessene Gehälter und die Freilassung inhaftierter Kollegen zu verlangen, ohne Gewalt oder willkürliche Festnahmen befürchten zu müssen.

Die protestierenden Lehrkräfte im Iran brauchen dringend mehr Schutz und Solidarität vonseiten der Weltgemeinschaft. Der internationale öffentliche Druck und der Einsatz für die Freilassung der inhaftierten Lehrerinnen und Lehrer muss massiv verstärkt werden.



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