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Zahra Baniyaghoub war erfolgreich und selbstbewusst. Ein Dorn im Auge der Moralpolizei. Die Frau starb im Gefängnis - totgeprügelt.
Es war ein perfekter Tag für das junge Paar, das in einem Park in der westiranischen Stadt Hamedan saß. Zahra Baniyaghoub war Ärztin, Absolventin der elitären Medizinfakultät der Universität Teheran. Die strebsame junge Frau, die in einer Armenregion praktizierte, plante, sich zur Herzspezialistin weiterzubilden. Ihr Verlobter Hamid Chitsaz war Radiomoderator beim staatlichen Rundfunksender IRIB.
Das glückliche Paar im Park ahnte nicht, welches Schicksal kurze Zeit später über sie hereinbrechen sollte. Leid und Tod kamen in Gestalt der "Sittenpolizei", einer Truppe, die dem obersten Führer Irans, Ayatollah Ali Khamenei, unterstellt ist und moralische Verfehlungen aufspüren soll. Im Mullahstaat Iran ist es für Unverheiratete verboten, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen.
Die Moralpolizei nahm das Paar fest. Ein Richter ordnete Haft an. Während die Familie von Hamid Chitsaz dessen Freilassung durch eine Kaution erreichte, blieb Zahra in der Zelle.
Wie der angesehene Londoner "Observer" berichtete, machte sich der besorgte Vater, der 61-jährige Abolghasem Baniyaghoub, am nächsten Tag auf, um seine Tochter aus der Haft auszulösen. Doch die Moralpolizei ließ ihn auf der Straße warten und erklärte ihm kaltschnäuzig, seine Tochter sei moralisch zu verkommen, um Ärztin sein zu dürfen. Er solle am nächsten Tag wiederkommen. Der Vater ahnte nicht, dass seine Zahra zu diesem Zeitpunkt bereits tot war.
Am nächsten Tag wurde ihm erklärt, Zahra habe sich in der Zelle an einem Deckenbalken erhängt - aus Scham über ihre Freveltat. Ein Autopsiebericht sprach von Erdrosselung. Doch nur zwanzig Minuten vor dem angeblichen Selbstmord hatte die junge Ärztin noch ein Gespräch mit ihren Bruder Rahim. Er erzählte ihr, dass ihr Vater bereits auf dem Weg zum Gefängnis sei, um sie abzuholen. Zahra sei völlig gelassen gewesen, absolut nichts an ihr habe auf einen bevorstehenden Suizid hingedeutet.
Als der schockierte Vater und seine Frau die Leiche zu Hause für die Beerdigung vorbereiten wollten, rann Blut aus Nase und Ohren - ein sicheres Zeichen für schwere innere Kopfverletzungen. Zudem fanden sich Prellungen an anderen Stellen ihres Körpers. Ein Verwandter der Ärztin sagte, offenbar habe Zahra die Moralpolizei mit ihrem Selbstbewusstsein aufgebracht, sowie möglicherweise mit der Ankündigung, ihr Vater sei bereits auf dem Weg. Offenbar sind die Polizisten daraufhin über die Frau hergefallen und haben sie buchstäblich zu Tode geprügelt.
Der trauernde Radiomoderator Chitsaz wurde wegen dieses "Vergehens" entlassen.
nach einer Meldung im Hamburger Abendblatt
In einer Resolution wird "tiefe Besorgnis” über die systematischen Menschenrechtsverletzungen im Iran zum Ausdruck gebracht, darunter über Folter, Prügelstrafen, Zwangsamputationen, Steinigungen und öffentliche Hinrichtungen.
Die UN-Vollversammlung hat sich heute in einer mit deutlicher Mehrheit verabschiedeten Resolution für einen weltweiten Stopp der Todesstrafe ausgesprochen.
Die Menschenrechts-Organisation Reporter ohne Grenzen (RoG) hat am Dienstag die Behörden Irans kritisiert, die eine massive Offensive gegen Internetcafés gestartet haben sollen.