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28. Juni 2007

IRAN - Mehr als siebzig Jugendlichen droht die Todesstrafe

mel 8

Nach einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International droht mehr als siebzig jungen Männern und Frauen in Iran der Tod durch den Strang - wegen Taten, die sie als Minderjährige begangen haben.

Berlin - In dem Bericht listet Amnesty International mehrere Beispiele auf: Der Jugendliche Sa'id Qanbar Zahi sei 17 Jahre alt gewesen, als er im Mai dieses Jahres gehenkt wurde. Ein anderer Junge wurde mit 16 Jahren zum Tode verurteilt und im April im Alter von 19 Jahren hingerichtet. Mindestens 71 weitere junge Frauen und Männer in iranischen Todestrakten würden täglich die Hinrichtung fürchten - wegen Taten, die sie als Minderjährige begangen hätten, so die Menschenrechtsorganisation.

"Iran ist derzeit der einzige Staat, der Jugendliche zum Tode verurteilt und hinrichtet, obwohl es sich in internationalen Abkommen zum Gegenteil verpflichtet hat", erklärt Oliver Hendrich von Amnesty International. Seine Organisation fordert die Abschaffung der Todesstrafe für minderjährige Straftäter und einen sofortigen Hinrichtungsstopp.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation wurden seit 1990 in Iran mindestens 24 minderjährige Straftäter hingerichtet. Das seien mehr als in jedem anderen Land der Welt. "Nach iranischem Recht steht die Todesstrafe auf Mord, aber auch auf Rauschgifthandel, Entführungen und auf Handlungen, "die der Keuschheit zuwider laufen", so Amnesty International. Die Prozesse entsprächen selten internationalen Standards. Die Urteile würden oft durch Erhängen und teilweise öffentlich vollstreckt.

Auch in der iranischen Bevölkerung wachse die Ablehnung gegenüber Todesstrafen für Minderjährige, so Hendrich. Menschenrechtler hofften auf parlamentarische Initiativen.


aus SPIEGEL ONLINE

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