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Urteil gegen Mutter von drei Kindern ist vorerst ausgesetzt worden
Teheran/dpa - Ungeachtet heftiger Proteste im Westen ist im Iran ein vermeintlicher Ehebrecher zu Tode gesteinigt worden. Auch die in dem Fall angeklagte Frau, eine Mutter von drei Kindern, sollte gesteinigt werden, der Vollzug sei jedoch ausgesetzt worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Mehr am Dienstag unter Berufung auf einen Justizsprecher.
Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International und Humans Rights Watch sowie Politiker in Norwegen und Deutschland hatten im Vorfeld heftig protestiert und von einem neuen Tiefpunkt für die Menschenrechte im Iran gesprochen. Der Mann sei in der nordiranischen Stadt Takestan hingerichtet worden, hieß es in Teheran.
Der Sprecher verwies darauf, dass es auch in der iranischen Justiz Widerstand gegen solche Todesurteile gebe, da die Vorwürfe schwer zu beweisen seien. Nach maßgeblichen islamischen Rechtsvorschriften muss eine verbotene sexuelle Beziehung entweder durch ein klares Geständnis der beiden Beteiligten oder durch vier männliche Augenzeugen nachgewiesen werden.
Zwar gab es angesichts internationaler Proteste in den vergangenen Jahren im Iran immer wieder Vorstöße, die Steinigung abzuschaffen. Allerdings gibt es bis heute Berichte darüber, besonders in ländlichen Gebieten. Bei einer Steinigung ragen nur Kopf und Schulter des Verurteilten aus einem Loch.
aus einer Meldung der Presseagentur dpa
In einer Resolution wird "tiefe Besorgnis” über die systematischen Menschenrechtsverletzungen im Iran zum Ausdruck gebracht, darunter über Folter, Prügelstrafen, Zwangsamputationen, Steinigungen und öffentliche Hinrichtungen.
Die UN-Vollversammlung hat sich heute in einer mit deutlicher Mehrheit verabschiedeten Resolution für einen weltweiten Stopp der Todesstrafe ausgesprochen.
Die Menschenrechts-Organisation Reporter ohne Grenzen (RoG) hat am Dienstag die Behörden Irans kritisiert, die eine massive Offensive gegen Internetcafés gestartet haben sollen.