Menschenrechtsverein


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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
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15. Juli 2018

Kirchenführer: Religiöse Minderheiten im Iran schützen! Christenverfolgung stoppen!

Internationaler Aufruf: 50 Bischöfe und Bischöfinnen aus Großbritannien, darunter Rowan Williams, ehem. Erzbischof und geistliches Oberhaupt der Kirche von England, appellieren an alle Länder, ihre Beziehungen zum Teheraner Regime vom Ende der Menschenrechtsverletzungen, der Hinrichtungen und der Verfolgung der Minderheiten im Iran abhängig zu machen.

rowan-williams-150An einer Iran-Großveranstaltung, die sich am letzten Juni-Wochenende in Paris mit den Menschenrechtsverletzungen im Iran befasste, haben auch Vertreter von christlichen Kirchen aus verschiedenen Ländern mitgewirkt. Anlässlich dieser Veranstaltung haben mehr als 50 Bischöfe und Bischöfinnen aus Großbritannien und 78 Kirchenführer aus den Vereinigten Staaten die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen des Teheranern Regimes verurteilt. Sie riefen die internationale Gemeinschaft auf, sich für das Ende der Verfolgung von Christen und anderen religiösen Minderheiten im Iran einzusetzen. Zu den Initiatoren dieses Aufrufs gehört Rowan Williams (Bild), der bis 2013 der Erzbischof von Canterbury und damit das geistliche Oberhaupt der Kirche von England war.

Das Teheraner Regime gehört zu den schlimmsten Christenverfolgern der Welt. Von der Verfolgung sind besonders iranische Christen mit muslimischer Vergangenheit betroffen, die fortwährend willkürlicher Gefangennahme und Bestrafung ausgesetzt sind. Wegen ihrer aktiven Mitarbeit in ihrer Gemeinde werden Christen mit der pauschalen Beschuldigung „Gefährdung der Staatssicherheit“ verhaftet, angeklagt und zu langen Haftstrafen verurteilt.

Rowan Williams und die anderen Kirchenführer appellieren in ihrem Aufruf an alle Länder, ihre Beziehungen zum Teheraner Regime vom Ende der Menschenrechtsverletzungen, der Hinrichtungen und der Verfolgung der Minderheiten im Iran abhängig zu machen.

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In dem Aufruf heißt es u.a.:

„Es ist an der Zeit, auf die Not der Iraner, insbesondere der dort lebenden religiösen Minderheiten, aufmerksam zu werden. Schon viele Jahre lang leidet die gesamte Bevölkerung des Iran unter der religiösen Diktatur, und besonders die religiösen Minderheiten werden unterdrückt und verfolgt.

Das Regime wurde nicht weniger als 64 Mal von verschiedenen Institutionen der Vereinten Nationen wegen seiner bestürzenden Menschenrechtsbilanz verurteilt … Die Mehrheit der von den Menschenrechtsverletzungen des Regimes Betroffenen sind schiitische Muslime. Doch auch Angehörige religiöser Minderheiten, darunter Christen, Juden, Angehörige des sunnitischen Zweiges des Islam und Anhänger anderer Glaubensrichtungen werden wegen ihres persönlichen Glaubens verfolgt.“

In dem Aufruf wird auf den Iran-Bericht hingewiesen, den UNO-Generalsekretär António Guterres am 26. Februar 2018 dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen vorlegte. Darin heißt es u.a.: „In bezug auf die Situation der religiösen und ethnischen Minderheiten, die weiterhin Restriktionen ausgesetzt sind, wurde keine Verbesserung festgestellt. Der Generalsekretär ist weiterhin besorgt angesichts der Berichte von anhaltenden Menschenrechtsverletzungen und Diskriminierungen, begangen an ethnischen und religiösen Minderheiten.“

Die Kirchenführer erinnern in ihrem Aufruf daran, dass der Islam - im Gegensatz zu den radikalen Predigten islamischer Extremisten einschließlich des iranischen Regimes - eine abrahamitische Religion ist, die sich gegenüber den Anhängern anderer Glaubensrichtungen für Toleranz einsetzt und für die friedliche Koexistenz aller Rassen, Geschlechter und Religionen eintritt.

In dem Aufruf heißt es weiter, dass die Menschen im Iran durch landesweite Bürgerproteste gezeigt hätten, dass sie die im Namen des Islam herrschende Theokratie ablehnen und sich nach einem demokratischen Wandel in ihrem Land sehnen. „Unter diesen Umständen rufen wir alle Länder auf, bei der Gestaltung ihrer Beziehungen zum Iran die dortige beklagenswerte Situation der Menschenrechte zu berücksichtigen, insbesondere die schmerzliche Situation der religiösen Minderheiten. Wir fordern sie auf, jede Verbesserung ihrer Beziehungen zum Iran vom Ende der Unterdrückung der Minderheiten und vom Stopp der Hinrichtungen abhängig zu machen.“

mehr Informationen zur Iran-Großveranstaltung in Paris

Weitere Informationen



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300618-Paris-190-pa Martin Patzelt: Katastrophale Lage der Menschenrechte im Iran weiterlesen

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