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Friedliche Veranstaltung unter Einsatz von Schlagstöcken und Tränengas aufgelöst- Am 12. Juni 2006 wurde in Teheran eine friedliche Demonstration gegen die rechtliche und soziale Diskriminierung der Frauen im Iran von Regimepolizisten gewaltsam aufgelöst.
Mehrere Tausend Frauen und einige Hundert Männer hatten sich auf dem Hafte-Tir-Platz in der Hauptstadt versammelt, um Änderungen der Gesetze in der iranischen Verfassung einzufordern, die den Frauen weniger Rechte als den Männern zugestehen. So forderten sie, dass Zeugenaussagen von Frauen vor Gericht den Aussagen von Männern gleichgestellt werden sollten, und verheiratete Frauen sollten das Recht haben, ihre Berufstätigkeit frei zu wählen und Reisefreiheit zu genießen, ohne die Zustimmung des Ehemanns zu benötigen, wie es im fundamentalistischen Iran Gesetz ist. Die Teilnehmer riefen in Sprechchören: „Setzt der Frauenfeindlichkeit ein Ende“, „Freiheit, Freiheit“, „Wir sind Menschen, aber haben keine Rechte“ und „Wir wollen Gleichberechtigung“.
Kurz nach Beginn der Protestveranstaltung rückten Regimepolizisten, darunter auch weibliche Ordnungskräfte, vor, um die Versammlung unter massivem Einsatz von Schlagstöcken und Tränengas aufzulösen. Dabei wurden zahlreiche Demonstranten verletzt. Dutzende, anderen Berichten zufolge Hunderte von Demonstranten wurden festgenommen.
Am 13. Juni erklärte der iranische Justizminister Jamal Karimi-Rad, dass 70 Personen verhaftet worden seien, 42 Frauen und 28 Männer, weil sie an einer, wie er es nannte, „illegalen“ Demonstration teilgenommen hätten. Berichten zufolge werden einige der Festgenommenen in der Eshrat Abad Haftanstalt in Teheran festgehalten.
Der Sprecher der Teheraner Regimepolizei, Mohammad Torang, erklärte am 13. Juni, dass die am Vortag Festgenommen an die berüchtigte Geheimpolizei überstellt worden seien. Zahlreiche Fotos, die das gewaltsame Vorgehen der Regimepolizisten dokumentieren, wurden ins Internet gestellt.
Die Verhafteten sind politische Gefangene, die nur deswegen festgenommen wurden, weil sie von ihrem international anerkannten Recht auf Versammlungs- und Redefreiheit Gebrauch gemacht haben. Mehrere Menschenrechtsorganisationen, darunter Amnesty International, haben die sofortige Freilassung der Festgenommen gefordert.
Schon im März d.J. war in Teheran eine Veranstaltung zum Internationalen Frauentag gewaltsam aufgelöst worden.
Protestkundgebung in Teheran fordert die Freilassung der festgenommenen Demonstranten
Familienangehörige der Demonstranten, die während der friedlichen Kundgebung von Frauen am 12. Juni in Teheran festgenommen worden waren, versammelten sich am Mittwoch vor dem berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran und forderten die Freilassung ihrer Angehörigen und Freunde.
Als die Versammlung von Regimepolizisten aufgelöst wurde, setzten die Familienangehörigen ihre Proteste in den umliegenden Straßen fort.
Mehrere der während der Demonstration am Montag festgenommenen Frauen sind im Evin-Gefängnis in Haft. Ihre Familienangehörigen sind tief besorgt, weil sie wissen, dass ihnen Folter und Misshandlungen drohen. Mindestens 400 Menschen waren während der Kundgebung festgenommen worden.
Das Evin-Gefängnis ist ein Hochsicherheitsgefängnis für politische Gefangene und der am meisten gefürchtete Kerker des iranischen Regimes, wo Tausende politische Hinrichtungen stattgefunden haben.
nach Pressemeldungen und Augenzeugenberichten
Zur Fotodokumentation
Der Auftritt des in Deutschland geborenen Australiers Gerald Fredrick Töben machte den wahren Geist der Zusammenkunft in Teheran deutlich: Töben brachte ein Modell des Vernichtungslagers Treblinka mit und lobte Ahmadinejads Stellungnahmen zum Holocaust.
Führendes Mitglied des rassistischen Kuk Klux Klan unter den Teilnehmern
Die Holocaust-Konferenz der iranischen Regierung ist auch an ihrem zweiten und letzten Tag international scharf verurteilt worden.