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Bürgerproteste im Iran

Regime-Gewalt gegen friedliche Demonstranten: Informationen über Todesopfer

Das Teheraner Regime übt seit Mitte November im ganzen Iran brutalste Repression aus, um weitere Bürgerproteste zu verhindern. Videos und Augenzeugenberichte belegen das entsetzliche Ausmaß der Unterdrückung. In vielen iranischen Städten haben Regime-Truppen Ansammlungen friedlicher Demonstranten mit scharfer Munition unter Beschuss genommen.

Menschenrechtsgruppen berichten von mehr als 1000 getöteten Demonstranten, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Die Anzahl der Verletzten wird auf mehrere Tausend geschätzt. Im ganzen Iran dauern Massenverhaftungen an. Die Repression erfolgt auf ausdrückliche Anordnung der gesamten Regime-Führung.

Iranische Menschenrechtler veröffentlichen täglich glaubhafte Informationen über Demonstranten, die seit Mitte November von Regime-Truppen getötet wurden. Familienangehörige haben Fotos der Opfer oder Todesanzeigen zur Verfügung gestellt.

Hier einige dokumentierte Fälle von Kindern und Jugendlichen, die unter den Todesopfern sind.

Hier Beispiele von Videos, die Augenzeugen seit dem 15. November ins Netz gestellt haben:

In der südiranischen Stadt Shiraz versuchen Menschen, drei verletzte oder tote Demonstranten aus der Gefahrenzone herauszubringen.

In der südwestiranischen Stadt Ahwaz prügeln Regime-Gardisten auf Demonstranten ein.

In der südwestiranischen Stadt Bushehr schießen Regime-Gardisten auf Demonstranten.

In Teheran eröffnen Regime-Gardisten das Feuer auf wehrlose Demonstranten.

Von Dächern von staatlichen Gebäuden aus schießen Scharfschützen auf Demonstranten.

Regime-Gardisten gehen in Shiraz (Südiran) gegen Demonstranten vor.

Hetzjagd von Regime-Truppen auf Demonstranten. Im Hintergrund ein angeschossener Demonstrant.

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Bilder von Demonstranten, die seit dem 15. November im Iran von Regime-Truppen getötet wurden.

Grausame Repression im Iran: Liste mit den Namen von 400 getöteten Demonstranten

Hintergrund:

Mitte November haben im Iran landesweite Massenproteste gegen das Regime stattgefunden. In mehr als 170 iranischen Städten haben Bürgerinnen und Bürger mit großem Mut für Freiheit, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit demonstriert. Die Proteste richteten sich gegen das gesamte politische System. Es war das massivste Aufbegehren der Bevölkerung gegen die herrschende Diktatur seit 40 Jahren.

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Bürgerproteste in Teheran

Die Proteste begannen mit friedlichen Kundgebungen von Bürgerinnen und Bürgern, die sich vor Regierungsgebäuden und in den Innenstädten versammelten und verlangten, dass ihre Forderungen von den Staatsorganen angehört werden. Als Regime-Truppen begannen, brutal gegen die Demonstranten vorzugehen, schlugen einige Proteste in Gewalt um. Vielerorts wurde Gewalt auch von regimetreuen Schlägerbanden provoziert, die mit Motorrädern in die Menschenmengen hineinfuhren und mit Knüppeln auf die Demonstranten einschlugen.

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Unter den Verletzten sind zahlreiche Kinder und Jugendliche.

Zahlreiche Berichte von Augenzeugen, Familienangehörigen von Opfern und iranischen Menschenrechtsaktivisten belegen, dass Regime-Truppen mit scharfer Munition gezielt auf Protestierende geschossen haben. Auch von Hubschraubern aus wurde in die Menschenmengen geschossen. Fliehende Demonstranten wurden von Gardisten und Regime-Milizen, die auf Hochhäusern in Stellung gegangen waren, in den Rücken geschossen. Andere Demonstranten wurden durch Kopfschüsse regelrecht hingerichtet.

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Shiraz (Südiran): Regime-Milizen auf Motorrädern gehen gegen Demonstranten vor.

Videos zeigen deutlich, dass bewaffnete Regime-Truppen auf den Straßen Hetzjagden auf Demonstranten durchgeführt und viele wehrlose Menschen auf brutalste Weise zusammengeschlagen haben. Augenzeugen berichten, dass Gardisten Leichen und Verletzte von Straßen und aus Krankenhäusern weggeschafft haben. Sie weigerten sich in vielen Fällen, die Leichen der Opfer an ihre Familien zu übergeben, oder sie zwangen die Familien, ihre Angehörigen in aller Eile und ohne eine unabhängig durchgeführte Autopsie zur Ermittlung der Todesursache zu begraben.

Aus dem ganzen Iran werden Massenverhaftungen gemeldet. Menschenrechtsaktivisten berichten, dass bisher tausende Demonstranten festgenommen wurden, viele von ihnen unter brutaler Gewaltanwendung von Regime-Gardisten oder Milizen. Die Verhafteten werden in Foltergefängnisse gebracht und dort ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten. Sie sind in akuter Foltergefahr. Viele Familien sind weiter ohne Nachricht über das Schicksal von Angehörigen, die an den Demonstrationen teilgenommen haben und seither als vermisst gelten.

Menschenrechtsgruppen setzen sich dafür ein, dass die internationale Staaten-Gemeinschaft wirksame Maßnahmen ergreift, damit die Regime-Gewalt gegen friedliche Demonstranten im Iran ein Ende hat. Der UN-Sicherheitsrat muss die brutale Niederschlagung der Bürgerproteste verurteilen und das Teheraner Regime dafür zur Rechenschaft ziehen. Alle Gefangenen, die allein wegen ihrer Teilnahme an Bürgerproteten festgehalten werden, müssen unverzüglich freigelassen werden.

Amnesty International: Die Welt muss die tödliche Gewalt gegen Demonstranten im Iran aufs Schärfste verurteilen

Hier einige von Menschenrechtlern im November 2019 dokumentierte Fälle von Todesopfern:

Die Fotos der Opfer oder Traueranzeigen wurden von Familienangehörigen zur Verfügung gestellt.

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Der Student Amir Hossein Sadeghi wurde in der Stadt Karaj (im Westen Teherans) erschossen.

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Der Ingenieur Pouya Bakhtiari (27), wurde am 16. November in der Stadt Karaj (im Westen Teherans) erschossen, als er zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester an einer friedlichen Protestkundgebung teilnahm.

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Nikta Esfandani (14) wurde am 16. November 2019 auf der Sattarkhan-Straße in Teheran erschossen. Ihre Familie suchte drei Tage lang verzweifelt nach der Vermissten und fand ihren Leichnam dann in einer Leichenhalle.

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Majid Hashemi (im Bild mit seinem Sohn) wurde in Shiraz (Südiran) erschossen.

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Ali Forutan (19) wurde in Teheran erschossen.

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Behrouz Asghari Pour (27) wurde in der Stadt Shahriar (nahe Teheran) erschossen.

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Ali Sartipi (22) erlitt am 17. November im Teheraner Vorort Malard schwere Schussverletzungen. Er starb am folgenden Morgen in einem Krankenhaus.

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Mohammad Dastan-Khah (15) wurde am 16. November in Shiraz (Südiran) erschossen.

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Amir Hossein Dadvand (17) wurde in Isfahan (Zentraliran) erschossen.

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Mohsen Jafar Panah (im Bild mit seinem zweijährigen Sohn) wurde im Teheraner Vorort Eslamshahr, erschossen.

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Golnaz Samsami, Mutter eines achtjährigen Kindes, wurde in der Stadt Shahriar (nahe Teheran) erschossen.

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Azar Mirzapour, Krankenschwester und Mutter von vier Kindern, wurde in der Stadt Karaj (im Westen Teherans) erschossen.

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Amir Reza Abdollahi (13) wurde am 16. November 2019 im Teheraner Vorort Eslamshahr erschossen.

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Mina Sheikhi (50) wurde am 16. November in Teheran erschossen.

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Reza Neisi (16) wurde am 16. November 2019 in der Stadt Ahwaz (Südwest-Iran) erschossen.

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Ebrahim Moradi (16) wurde in der Stadt Javanrood (westiranische Provinz Kermanshah) erschossen.

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Ameneh Shahbazifard (34), Mutter von zwei Söhnen und einer 4-jährigen Tochter, wurde am 17. November in Teheran erschossen, als sie einem verletzten Demonstranten helfen wollte.

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Pezhman Qolipour Malati (17) wurde in der Stadt Karaj (im Westen Teherans) erschossen.

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Mohammad Berihi (17) wurde am 15. November 2019 in der Stadt Ahwaz (Südwest-Iran) erschossen.

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Azadeh Zarbi (28) wurde in der nahe Teheran gelegenen Stadt Shahriar erschossen.

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Sasan Abdi Vand (17) wurde in der Stadt Isfahan (Zentraliran) erschossen.

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Mahnaz Mehdizadeh wurde in der Stadt Karaj (im Westen Teherans) erschossen. Ihrer Familie wurde mit Bestrafung gedroht, wenn sie die Todesnachricht veröffentlicht.

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Reza Moazzami-Goudarzi (19) wurde am 17. November in der Stadt Karaj (im Westen Teherans) erschossen.

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Pedram Jafari (18) wurde in der Stadt Karaj (im Westen Teherans) erschossen. Rechts im Bild seine Beisetzung.



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