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Juli 2009: Die Rechtsanwältin Shadi Sadr wurde aus der Haft entlassen.
Ihre Festnahme, die im Zusammenhang mit den Demonstrationen gegen das Regime im Iran stand, hatte auch international Empörung ausgelöst. Die deutsche Bundesregierung hatte sich ebenfalls für Freilassung von Shadi Sadr eingesetzt.
Die bekannte Strafverteidigerin und Frauenrechtlerin Shadi Sadr war am 17. Juli 2009 in Teheran auf offener Straße von iranischen Sicherheitskräften verschleppt worden. Sie war am 17. Juli zusammen mit einer Gruppe von Frauenrechtlerinnen in Teheran zu Fuß unterwegs, als Männer in Zivilkleidung sie ergriffen und in ein Auto stoßen wollten. Die Rechtsanwältin konnte sich zunächst befreien. Die Männer brachten sie jedoch kurz darauf wieder in ihre Gewalt, schlugen mit Knüppeln auf sie ein und fuhren sie in einem Auto davon. Seither war sie im Teheraner Evin-Gefängnis in Haft. Am 28. Juni 2009 wurde sie gegen die Zahlung einer Kaution auf freien Fuß gesetzt.
Shadi Sadr ist Journalistin, Rechtsanwältin und Initiatorin der Kampagne gegen Steinigung. Sadr gründete das Internetportal Zanan-e Iran (Frauen im Iran), die erste Website, die sich der Arbeit von Frauenrechtlerinnen im Iran widmet, und sie leitet die Website Meydaan.net (Women's Field). Die Autorin zahlreicher Artikel über Frauenrechte im Iran hat zugleich als Rechtsanwältin Frauenrechtlerinnen und Journalistinnen vertreten. Dabei engagierte sie sich als Verteidigerin von zum Tode verurteilten Frauen, deren Urteile später aufgehoben wurden.
Während der Verhandlungen über Menschenrechte im Jahr 2002 verpflichtete sich die Islamische Republik Iran der UNO und Europäischer Gemeinschaft gegenüber, in Zukunft keine weiteren Hinrichtungen durch Steinigung vollstrecken zu lassen. Ein Erfolg für Strafverteidigerin Shadi Sadr. In ihrer Kampagne gegen Steinigungen wies sie immer wieder darauf hin, dass die Regierung und die Justizbehörden die 2002 gegebene Zusage bis heute nicht eingehalten hätte.
In den letzten Monaten betreute die Anwältin zwölf aktuelle Fälle von zum Tod durch Steinigung verurteilte IranerInnen, zehn der Betroffenen sind Frauen.
Bundesregierung fordert Freilassung von Shadi Sadr
Bundesaußenminister Steinmeier forderte am 22.07.2009 in Berlin die Freilassung von Shadi Sadr:
„Die Bundesregierung verurteilt die Festnahme von Shadi Sadr. Frau Sadr ist eine engagierte Strafverteidigerin und Kämpferin für die Rechte von Frauen.
Ich appelliere an die iranische Regierung, alles dafür zu tun, dass Frau Sadr unverzüglich freikommt. Die iranische Führung ist aufgerufen, die selbst eingegangenen internationalen Verpflichtungen zum Schutz der zivilen und politischen Rechte seiner Bürger einzuhalten.“