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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Menschenrechtsarbeit zeigt Wirkung, auch im Iran. Hinrichtungen wurden so verhindert, Todesurteile aufgehoben, Gefangene aus der Haft entlassen.

33 Frauen der Gruppe Mütter in Trauer

Januar 2010: Freiheit für 33 verhaftete Mütter nach massiven internationalen Protesten

Gegen die Inhaftierung der Mütter gab es zahlreiche Proteste im Iran und international. Neben mehreren Menschenrechtsorganisationen hat auch US-Außenministerin Hillary Clinton die sofortige Freilassung der "Mütter in Trauer" gefordert.

„Mütter in Trauer“ demonstrieren in Teheran für die Freilassung ihrer verhafteten Söhne und Töchter.

Die Frauen der Gruppe "Mütter in Trauer" fordern Aufklärung über das Schicksal ihrer Kinder, die seit Juni 2009 bei Protesten gegen das Regime ums Leben kamen oder seither spurlos verschwunden sind. Die schwarz gekleideten Mütter versammeln sich jeden Samstag zu einer Mahnwache  im Teheraner Laleh-Park.

Am 9. Januar waren die Mütter während ihrer wöchentlichen Mahnwache von Regimepolizisten eingekreist und aus dem Park getrieben worden. 33 Frauen wurden unter Beschimpfungen, Schlägen und Fußtritten verhaftet. Mehrere der Frauen wurden dabei verletzt. Neun Frauen mussten nach der Festnahme ärztlich behandelt werden. Zwei der Frauen sind über 70 Jahre alt. Zuerst wurden die Frauen im Vozara-Polizeigefängnis festgehalten. 16 von ihnen wurden später in das berüchtigte Evin-Gefängnis gebracht.

Die „Mütter in Trauer“ im Iran fordern Aufklärung über das Schicksal ihrer toten oder verschleppten Kinder.

Nach der Verhaftung versammelten sich zahlreiche Menschen vor dem Polizeigefängnis und forderten die Freilassung der Mütter. Gleichzeitig wurde eine internationale Kampagne gestartet, an der mehrere Menschenrechtsorganisationen beteiligt waren. Bis zum 15. Januar wurde die Freilassung aller 33 Mütter erreicht, ein Ergebnis des Drucks der internationalen Öffentlichkeit.

12.01.10 - US-Außenministerin Clinton fordert sofortige Freilassung der "Mütter in Trauer" im Iran

In einer Erklärung von Amnesty International vom 11. Januar 2010 heißt es u. a.:

Amnesty International hat die iranischen Behörden aufgefordert, eine Gruppe von Frauen freizulassen, die während einer friedlichen Mahnwache in Teheran am vergangenen Wochenende geschlagen und verhaftet wurden.

Die 33 Frauen sind Mitglieder der "Trauernden Mütter", einer Gruppe von Frauen, deren Kinder getötet oder verhaftet wurden oder während der gewaltsamen Unruhen nach der Wahl im Juni 2009 verschwunden sind. Laut Medienberichten wurden sie während ihres wöchentlichen Treffens im Laleh Park festgenommen. Fast alle wurden geschlagen und zehn von ihnen mussten anschließend im Krankenhaus behandelt werden. Sämtliche Frauen werden jetzt im Vozera-Zentralgefängnis in Teheran gefangen gehalten.

"Frauen, die um ihre von Sicherheitskräften getöteten Kinder trauern, sollten auf die Unterstützung durch den Staat rechnen können. Die Behörden sollten die Wahrheit über das Geschehene aufdecken und eine Wiedergutmachung anstreben, anstatt die Mütter mit willkürlicher Verhaftung und Schlägen zu konfrontieren," so Hassiba Hadj Sahraoui, Amnesty-Expertin für den Mittleren Osten und Nordafrika. "Die Frauen müssen unverzüglich und ohne Bedingungen freigelassen und eine Untersuchung ihrer Behandlung durchgeführt werden." …

Die "Trauernden Mütter" treffen sich jeden Samstag zu einer Schweigestunde an dem Ort, an dem die Demonstrantin Neda Agha-Soltan getötet worden war. Ihr Tod war in Filmaufnahmen festgehalten worden, die im Juli 2009 um die Welt gingen.

Neun der Frauen leiden an Krankheiten. Das erhöht zusätzlich die Sorge um ihr Wohlbefinden. "Wir sind ernsthaft besorgt um die Gesundheit der Frauen. Die iranischen Behörden sind verantwortlich für ihr Wohlergehen," so Hassiba Hadj Sahraoui.

Mitglieder der "Trauernden Mütter" wurden nicht zum ersten Mal verhaftet. Etwa 29 Frauen wurden bereits am 5. Dezember 2009 festgenommen, dann aber am 7. Dezember wieder freigelassen.



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