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Mai 2010: Freilassung des christlichen Ehepaars nach willkürlicher Haft
Hamid Shafii und seine Frau Reyhaneh Aghajary, die Christen muslimischer Herkunft sind, wurden am 19. bzw. 16. Mai 2010 gegen Hinterlegung einer Kaution aus dem Dastgerd-Gefängnis der zentraliranischen Stadt Isfahan entlassen.
Hamid Shafii und Reyhaneh Aghajary wird vorgeworfen, den christlichen Glauben zu verbreiten und eine örtliche Hausgemeinde ehemaliger Muslime zu leiten. Sie waren am 28. Februar 2010 in ihrem Haus in Isfahan verhaftet worden.
Reyhaneh Aghajary war damals mit einer Gruppe von Christen allein zu Hause. Die Regimepolizisten legten ihr Handschellen an und durchsuchten das Haus. Als sie Kartons mit Bibeln fanden, verprügelten sie die Frau und besprühten sie mit Pfefferspray. Dann wurde sie abgeführt. Eine Stunde später wurde auch der Ehemann verhaftetet. Persönliche Dinge des Ehepaares wie Computer, Bibeln und Fotografien wurden beschlagnahmt. Die beiden jugendlichen Söhne des Ehepaars wurden von Verwandten aufgenommen. Erst nach 40 Tagen Haft wurde ein Besuch bei den Eltern zugelassen.
Hamid Shafii und seine Frau sind vor etwa 15 Jahren vom Islam zum Christentum übergetreten und bereits mehrfach von den Behörden schikaniert worden. Sie stehen weiter unter Anklage wegen Verbreitung des christlichen Glaubens. Für die Freilassung hatten sich insbesondere christliche Hilfswerke eingesetzt.
Christen, die aus dem Islam konvertierten, ist im Iran das Praktizieren ihres neuen Glaubens verboten. Oft werden Christen mit muslimischem Hintergrund anderer Verbrechen bezichtigt, etwa Spionage oder Störung der öffentlichen Ordnung. Auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex belegt der Iran Platz 2 der Liste der Länder, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens am stärksten verfolgt werden.