Suchen
EU protestiert scharf gegen erneute Steinigung
In der nordostiranischen Stadt Maschad wurden Ende Dezember zwei Männer zu Tode gesteinigt, wie der iranische Justizsprecher Ali-Reza Jamshidi heute nach Angaben der Agentur FARS mitteilte. Die beiden getöteten Männer waren wegen Mordes und Ehebruchs verurteilt worden.
Einem dritten Verurteilten ist kurz vor seiner Steinigung in Maschad die Flucht aus dem Erdloch gelungen, in das man ihn für die Hinrichtung eingegraben hatte. Damit wurde er nach dem dort geltenden fundamentalistischen Recht freigesprochen.

Bei der Steinigung werden Männer im Iran bis zum Bauch in die Erde eingegraben, Frauen sogar bis zum Hals. Anschließend werden sie gesteinigt, bis sie sterben. Wenn es dem Verurteilten gelingt, sich während der Steinigung aus dem Erdloch zu befreien, ist das Urteil aufgehoben und die zuvor Todgeweihten sind freie Menschen.
Die Europäische Union protestierte heute scharf gegen die Steinigungen. In der Erklärung der EU heißt es u.a.:
„Die Europäische Union fordert die Islamische Republik Iran auf, die grausame und unmenschliche Strafe der Steinigung aus ihrem Strafgesetzbuch zu streichen …
Sie möchte die Islamische Republik Iran daran erinnern, dass Vertreter ihrer Justiz im August 2008 ein Moratorium für Steinigungen angekündigt haben. Die jüngsten Hinrichtungen verstoßen nicht nur gegen dieses Moratorium, sie stellen auch einen besorgniserregenden Rückschritt dar, und wir appellieren nachdrücklich an die Islamische Republik Iran, dafür zu sorgen, dass derartige Erklärungen unverzüglich befolgt und entsprechende Rechtsvorschriften erlassen werden.“
nach Pressemeldungen
zur Kampagne gegen Steinigungen