Suchen
In einer makabren Inszenierung wurde die zum Tode verurteilte Frau erneut im Staatsfernsehen vorgeführt.
Menschenrechtsorganisationen haben das Vorgehen der iranischen Justiz im Falle der zum Tode durch Steinigung verurteilten Sakineh Mohammadi-Ashtiani scharf verurteilt. Die Iranerin musste für das Staatsfernsehen den Mord an ihrem Ehemann nachspielen - um ihre Schuld öffentlich zu beweisen.

Sakineh Mohammadi-Ashtiani und ihr Sohn, die beide nach wie vor
inhaftiert sind, wurden erneut im iranischen Staatsfernsehen vorgeführt.
In der makabren Inszenierung, die am Wochenende mehrmals im staatlichen iranischen Auslandssender Press TV gesendet wurde, wird Sakineh Mohammadi-Ashtiani erneut gezwungen, sich selbst zu belasten. Ashtiani stellt in ihrem Haus in der nordwestiranischen Stadt Osku den Mord an ihrem Mann nach und gibt eine außereheliche Beziehung zu.
Die Mordanklage gegen die weiter im Gefängnis von Tabriz inhaftierte Mutter von zwei Kindern hatten die iranischen Behörden erst erhoben, nachdem das Steinigungsurteil international für Empörung gesorgt hatte. Das Steinigungsurteil wegen Ehebruchs gegen Ashtiani wird derzeit vom Obersten Gerichtshof überprüft. Amnesty International hat dieses weitere „TV-Geständnis“ mitten in einem laufenden Strafverfahren scharf verurteilt.
Die Vorführung von Ashtiani im englischsprachigen staatlichen Sender Press TV zielt offensichtlich darauf ab, die Frau in der internationalen Öffentlichkeit als Mörderin hinzustellen und die weltweite Menschenrechtskampagne gegen ihre Hinrichtung zu diskreditieren. Menschenrechtler befürchten, dass die iranischen Behörden damit die Voraussetzungen für die Hinrichtung von Sakineh Mohammadi-Ashtiani schaffen wollen.
Die weltweite Menschenrechtskampagne fordert die Freilassung von Sakineh Mohammadi-Ashtiani. Außerdem müssen alle Menschen, die in Haft sind, weil sie sich für Ashtiani eingesetzt haben, darunter ihr Anwalt Houtan Kian und ihr Sohn Sajjad Qaderzadeh, sofort und bedingungslos freigelassen werden.
nach Presseberichten