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Öffentliche Hinrichtung in der südiranischen Stadt Shiraz im April 2011
08. Januar 2011

Niederländerin im Iran zum Tode verurteilt

Nach Bekanntwerden des Todesurteils wurde der iranische Botschafter in das Außenministerium in Den Haag einbestellt. Die niederländische Regierung machte deutlich, dass die Wahl-Niederländerin unter ihrem Schutz steht.

Zahra BahramiMedienberichten zufolge ist die aus dem Iran stammende Niederländerin Zahra Bahrami in Teheran zum Tode verurteilt worden. Die im Iran lebende Tochter von Zahra Bahrami teilte mit, das Todesurteil gegen ihre Mutter, die vor 16 Jahren als Flüchtling in die Niederlande kam, sei am 2. Januar verhängt, aber noch nicht vollstreckt worden.

Die 45-jährige Zahra Bahrami war im Dezember 2009 in den Iran gereist, um ihre dort lebende Tochter zu besuchen. Am 27. Dezember, als in Teheran Massendemonstrationen gegen das Regime stattfanden, wurde sie festgenommen. Im August 2010 wurde Zahra Bahrami wegen sog. „staatsfeindlicher Aktivitäten“ und „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ angeklagt. Sie habe an staatsfeindlichen Demonstrationen teilgenommen, so lautete ein Vorwurf der Willkürjustiz in Teheran. Außerdem wurde ihr Drogenbesitz vorgeworfen, was die Angeklagte vor Gericht zurückwies.

Der Prozess gegen die Niederländerin begann Mitte August 2010. Zuvor hatte sie, so Menschenrechtler, monatelang im Teheraner Evin-Gefängnis in Einzelhaft verbracht, sei gefoltert worden. Der niederländische Botschafter erhielt keine Erlaubnis, sie zu sehen.

Im September 2010 hat das Europäische Parlament den Iran in einer Entschließung aufgefordert, Zahra Bahrami entweder freizulassen oder ihr ein ordnungsgemäßes Gerichtsverfahren zu gewähren. Dort heißt es, man habe sie „gezwungen, vor laufender Fernseh-Kamera ein ,Geständnis’ abzulegen und dabei die gegen sie erhobenen Beschuldigungen zuzugeben“.

Bahramis 24-jährige Tochter Banafsheh Erfani hat während des Prozesses gegen ihre Mutter ebenfalls berichtet, der iranische Geheimdienst habe die Vorwürfe gegen ihre Mutter konstruiert. Durch Folterungen und Isolationshaft hätten iranische Sicherheitsbeamte ein Geständnis erpresst. „Geständnisse wie dieses sind nichts wert. Es ist dort immer das gleiche Muster: Die Menschen werden gefoltert, bis sie am Ende einfach ein Geständnis ablegen,“ sagt Eduard Nazarski von Amnesty International Amsterdam.

Zahra Bahrami war 1994 in die Niederlande geflohen, erhielt dort politisches Asyl. Seither lebt sie dort. Sie studierte am Konservatorium in Rotterdam Gesang und Tanz, spezialisierte sich auf hinduistische Tänze. Sie trat in den Niederlanden auf, aber auch in Australien, Indonesien und Surinam.

Nach Bekanntwerden des Todesurteils wurde der iranische Botschafter in das Außenministerium in Den Haag einbestellt. Die niederländische Regierung machte deutlich, dass die Wahl-Niederländerin unter ihrem Schutz steht. Außenminister Uri Rosenthal äußerte sich “äußerst besorgt” über den Fall und forderte die iranischen Behörden erneut auf, konsularischen Beistand für Zahra Bahrami zuzulassen und ihr ein faires Verfahren zu gewähren.

nach Presseberichten



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