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Dringende Intervention der internationalen Gemeinschaft gefordert: 74 Hinrichtungen in vier Wochen
Im Iran wurden am 19. Januar erneut zehn Gefangene hingerichtet. Die zehn Männer, die wegen angeblicher Drogendelikte zum Tode verurteilt worden waren, wurden nach Berichten staatlicher iranischer Medien in einem Gefängnis in Karaj westlich der Hauptstadt Teheran gehängt.
Damit stieg die Anzahl der seit dem 20. Dezember 2010 im Iran vollstreckten Hinrichtungen nach offiziellen Angaben auf 74. Die Dunkelziffer kann erheblich höher sein. Menschenrechtsgruppen sehen diese Hinrichtungswelle als Instrument des Regimes zur Einschüchterung der Bevölkerung und haben die internationale Gemeinschaft zu umgehender Intervention aufgerufen. Auch politische Gefangene sind in akuter Hinrichtungsgefahr.
Das Teheraner Regime stellt sich mit dieser Hinrichtungswelle der Resolution der UN-Generalversammlung vom Dezember 2010 entgegen, die einen weltweiten Hinrichtungstopp gefordert hat. Anlässlich des Internationalen Tages gegen die Todesstrafe am 10. Oktober 2010 hatten auch der Europarat und die Europäische Union die weltweite Abschaffung der Todesstrafe gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es dazu:
„Anlässlich des europäischen Tages gegen die Todesstrafe und des Welttages gegen die Todesstrafe bekräftigen der Europarat und die Europäische Union, dass sie die Todesstrafe unter allen Umständen ablehnen und für ihre weltweite Abschaffung eintreten.
Die Todesstrafe ist grausam und unmenschlich, sie verletzt die Menschenwürde und die fundamentalen Menschenrechte, auf denen beide Organisationen gründen. Auch wenn zuweilen das Gegenteil behauptet wird, gibt es keinen Beleg dafür, dass die Todesstrafe abschreckend wirkt. Überdies ist kein Rechtssystem vollkommen gegen Irrtümer gefeit, und gerichtliche Fehlentscheidungen, aufgrund deren die Todesstrafe verhängt wird, können nicht wieder rückgängig gemacht werden. Deshalb sollten wir nicht müde werden, zu erklären, warum die Todesstrafe eine Verirrung ist und warum künftige Generationen ein Anrecht darauf haben, in einer Welt ohne Todesstrafe zu leben.“
nach Presseberichten