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Menschenrechtler bezeichneten die Hinrichtung von Jafar Kazemi und Mohammad Ali Haj-Aghai, die lediglich ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit wahrgenommen haben, als weiteren barbarischen Akt des Teheraner Regimes.
Am Morgen des 24. Januar wurden im Teheraner Evin-Gefängnis zwei politische Gefangene wegen Unterstützung der Oppositionsbewegung Volksmudschahedin (PMOI) hingerichtet, wie staatliche iranische Medien meldeten. Weder ihre Familien noch ihre Anwälte waren vor der Hinrichtung benachrichtigt worden.
Jafar Kazemi (47) und Mohammad Ali Haj-Aghai (62) wurden im Jahre 2010 zum Tode verurteilt, weil sie Kontakte zu Familienangehörigen unterhielten, die der PMOI angehören und im Lager Ashraf im Irak leben. Weiterhin wurde ihnen von der Willkürjustiz im Iran vorgeworfen, an den Massendemonstrationen gegen die Diktatur im Sommer 2009 beteiligt gewesen zu sein und Flugblätter zur Unterstützung der Opposition verteilt zu haben. Weiterhin sollen sie Foto- und Filmaufnahmen von den Protesten gemacht haben.
Menschenrechtler bezeichneten die Hinrichtung der beiden politischen Gefangenen, die lediglich ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit wahrgenommen haben, als weiteren barbarischen Akt des Teheraner Regimes. Die Todesurteile, die aufgrund von Familienverbindungen zur PMOI gefällt werden, sind ein Instrument, um die Bevölkerung einzuschüchtern und weitere Proteste zu verhindern.
Es handelt sich um die ersten Exekutionen von Oppositionellen, die während der Proteste gegen das Regime im Jahre 2009 festgenommen wurden. Mehrere andere Regimegegner wurden ebenfalls wegen Teilnahme an den Protesten und Familienverbindungen zur PMOI zum Tode verurteilt und sind in akuter Hinrichtungsgefahr.
Jafar Kazemi, der als Lithograph an der Teheraner Amir-Kabir-Universität tätig war, war bereits in den 80er Jahren wegen Unterstützung der Oppositionsbewegung neun Jahre lang inhaftiert. Er wurde am 18. September 2009 nach Massendemonstrationen gegen das Regime festgenommen und ins Teheraner Evin-Gefängnis gebracht. Dort wurde er über Monate verhört und unter Druck gesetzt, damit er sich in einem TV-Geständnis selbst belastet und „Reue“ zeigt. Dies verweigerte er jedoch. Ihm wurden insbesondere seine Kontakte zu seinem Sohn, der in Ashraf im Irak lebt, vorgeworfen.
Der 62jährige Mohammad Ali Haj-Aghai war in den 80er Jahren wegen seiner Gegnerschaft zu den Fundamentalisten sieben Jahre lang in Haft. Auch er wurde am 18. September 2009 nach Massendemonstrationen gegen das Regime festgenommen und dann wegen seiner Kontakte zu Familienangehörigen in Ashraf zum Tode verurteilt. Durch andauernde Verhöre und Folterungen sollte er gezwungen werden, sich selbst zu belasten. Trotz seines besorgniserregenden Gesundheitszustandes wurde ihm im Teheraner Evin-Gefängnis die notwendige medizinische Versorgung verweigert.
nach Presseberichten