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Seit Beginn dieses Jahres wurden mindestens 71 Menschen im Iran hingerichtet.
Nach der Hinrichtung der politischen Gefangenen Jafar Kazemi und Mohammad Ali Haj-Aghai am 24. Januar im Teheraner Evin-Gefängnis hat Amnesty International am 26. Januar in einer Urgent Action dazu aufgerufen, weitere Hinrichtungen im Iran zu verhindern.

Wie Jafar Kazemi und Mohammad Ali Haj-Aghai wurden auch die nun in akuter Hinrichtungsgefahr befindlichen Gefangenen in unfairen Gerichtsverfahren wegen sog. „staatsfeindlicher Aktivitäten“ (vom Regime als „Feindschaft zu Gott“ bezeichnet) durch Unterstützung der iranischen Oppositionsbewegung Volksmudschaheddin (PMOI) zum Tode verurteilt. Den meisten von ihnen wurde von der iranischen Willkürjustiz zur Last gelegt, verwandtschaftliche Kontakte zu Familienangehörigen zu unterhalten, die Mitglieder der PMOI sind und im Lager Ashraf im irakischen Exil leben.
In der Urgent Action von Amnesty International heißt es u. a.:
„Ja'far Kazemi und Mohammad Ali Haj Aghaei wurden im September 2009 während Massendemonstrationen festgenommen und gemeinsam vor Gericht gestellt. Die beiden Männer hatten Angehörige in Camp Ashraf im Irak besucht. Dort leben 3400 PMOI-UnterstützerInnen im Exil. Ja'far Kazemi war bereits zuvor im Iran wegen seiner Zugehörigkeit zur PMOI inhaftiert gewesen. Möglicherweise wurde er nach seiner Festnahme 2009 im Zuge seiner Vernehmung im Evin-Gefängnis gefoltert. Berichten zufolge hatte man Druck auf ihn ausgeübt, damit er ein "Geständnis" vor laufender Kamera abgibt, was er allerdings ablehnte. Im April 2010 wurden Ja'far Kazemi und Mohammad Ali Haj Aghaei zum Tode verurteilt. …
Diese beiden Hinrichtungen sind Teil der aktuellen Hinrichtungswelle im Iran. Die iranischen Behörden haben seit Beginn dieses Jahres mindestens 71 Personen hinrichten lassen - mehr als 20 Personen pro Woche.“