Suchen
Nach der Hinrichtung einer regimekritischen Iranerin mit niederländischer Staatsangehörigkeit hat die niederländische Regierung ihren Botschafter aus dem Iran zurückgerufen.
Nachdem im Iran eine regimekritische Iranerin mit niederländischer Staatsangehörigkeit hingerichtet worden war, hatte der niederländische Außenminister Uri Rosenthal die Vollstreckung des Todesurteils als „Schandtat durch ein barbarisches Regime“ bezeichnet und die diplomatischen Beziehungen zu Teheran offiziell auf Eis gelegt.

Die Niederländerin Zahra Bahrami (hier mit ihrer Tochter) wurde am 29. Januar 2011 in Teheran hingerichtet.
Nun hat Den Haag seinen Botschafter aus Teheran zurückgerufen. Der Schritt erfolge aus Protest gegen „das respektlose Verhalten gegenüber den Angehörigen“ der Frau. Dies erklärte Rosenthal am 7. Februar während einer Nahost-Reise in der jordanischen Hauptstadt Amman.
Das iranische Regime hatte die Leiche der 46-jährigen Zahra Bahrami am 6. Februar ohne Vorankündigung rund 400 Kilometer von Teheran entfernt begraben lassen. Angehörige - darunter Bahramis in Holland lebende Tochter - konnten nicht dabei sein. Der Tochter sei Berichten zufolge mitgeteilt worden, die Bestattung sei heimlich geschehen, um die Anwesenheit niederländischer Diplomaten am Grab zu verhindern.
Zahra Bahrami war am 29. Januar wegen angeblicher Drogenvergehen im Teheraner Evin-Gefängnis gehängt worden. In den Niederlanden wurde hingegen die Vermutung laut, sie sei zu Tode gefoltert worden. Die iranischstämmige Niederländerin war Ende 2009 nach der Teilnahme an Protestdemonstrationen gegen das Regime in Teheran festgenommen worden. Im Januar 2011 wurde sie von einem Revolutionsgericht zum Tode verurteilt.
Die iranischen Behörden hatten Bahrami konsularische Hilfe durch die Niederlande verweigert. Iran erkenne keine doppelte Staatsbürgerschaft an, hieß es zur Begründung.
nach Presseberichten
zur Erklärung des niederländischen Außenministeriums vom 07.02.11
zur Erklärung des niederländischen Außenministeriums vom 29.01.11