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Amnesty International spricht unter Berufung auf glaubwürdige Berichte von mehr als 550 Hinrichtungen im Jahre 2010.
Laut dem am 28. März von Amnesty International (AI) veröffentlichten Jahresbericht zur Todesstrafe werden im Iran im weltweiten Vergleich nach China die meisten Menschen hingerichtet. Im Jahre 2010 waren es nach Informationen von Amnesty mehr als 550 Hinrichtungen. Im Verhältnis zu seiner Bevölkerungszahl steht der Iran damit weltweit sogar an der Spitze. Dazu heißt es in dem Bericht u. a.:

„Die Behörden Irans räumten die Hinrichtung von 252 Personen im Jahr 2010 ein - unter ihnen auch fünf Frauen und ein zur Tatzeit minderjähriger Straftäter. Amnesty International liegen glaubwürdige Berichte vor, laut denen mehr als 300 weitere Hinrichtungen stattgefunden haben sollen, die nicht offiziell bestätigt wurden – insbesondere im Gefängnis von Vakilabad in Mashhad. Größtenteils handelte es sich hierbei um Verurteilungen wegen mutmaßlicher Drogendelikte. Vierzehn Personen wurden öffentlich hingerichtet. Weiterhin wurde eine hohe Anzahl von Todesurteilen verhängt. …
In Iran wird die Todesstrafe weiterhin unter Verletzung des Völkerrechts für Vergehen verhängt, die nicht zu den äußerst schwerwiegenden Straftaten zählen, wie beispielsweise für Drogenvergehen oder vage gehaltene Anschuldigungen bezüglich der nationalen Sicherheit. „Feindschaft zu Gott“ (Moharebeh) ist ein allgemeingehaltener Anklagepunkt, für den es keine genaue und eindeutige Definition gibt. … Im Laufe des Jahres 2010 wurden politisch Andersdenkende hingerichtet.“
Seit Dezember 2010 wurde ein sprunghafter Anstieg der Hinrichtungen im Iran festgestellt. Allein im Januar und Februar 2011 wurden dort Angaben von Menschenrechtlern zufolge mindestens 120 Personen exekutiert. Todesurteile und Hinrichtungen sind im Iran Instrumente, um die Bevölkerung einzuschüchtern und weitere Bürgerproteste zu verhindern.
Laut Amnesty International haben bis heute 139 Länder die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft, zuletzt Gabun und die Mongolei. 2001 waren es erst 108 gewesen. Der Iran widersetzt sich dem weltweiten Trend zur Abschaffung, indem er die Todesstrafe weiterhin systematisch anwendet. Das Teheraner Regime setzt sich auch über das internationale Verbot hinweg, Todesurteile an Personen zu vollstrecken, die zum Zeitpunkt der Straftat unter 18 Jahre alt waren.
„Jedes Land, das diese grausame und menschenverachtende Strafe noch anwendet, stellt sich heute selbst ins Abseits", sagte Heinz Patzelt, der Generalsekretär von Amnesty International in Österreich. "Die Frage ist nicht mehr, ob die Todesstrafe weltweit abgeschafft wird, sondern wann es so weit sein wird.“
nach Presseberichten