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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Öffentliche Hinrichtung in der südiranischen Stadt Shiraz im April 2011
20. Oktober 2011

UNO alarmiert über dramatische Zunahme der Hinrichtungen und Menschenrechtsverletzungen im Iran

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon tief beunruhigt über Menschenrechtsverstöße / Bericht des UN-Sonderberichterstatters über die Menschenrechtslage im Iran spricht von 346 Hinrichtungen in 2011

Ahmed-ShaheedDer UN-Sonderberichterstatter über die Lage der Menschenrechte im Iran, der ehemalige Außenminister der Malediven, Ahmed Shaheed (Bild links), hat der derzeit tagenden 66. Generalversammlung der UNO in New York am 19. Oktober seinen ersten Bericht seit seinem Amtsantritt im August 2011 vorgelegt.

Laut diesem Bericht werden im Iran nach China weltweit die meisten Menschen hingerichtet. Seit Jahresbeginn gab es im Iran bereits 200 amtlich bekannt gegebene Hinrichtungen. Mindestens 146 Menschen wurden nach UN-Angaben jedoch im Vakilabad-Gefängnis der nordostiranischen Stadt Maschad heimlich hingerichtet. Im Jahre 2010 seien dort 300 Gefangene auf diese Weise hingerichtet worden, ohne dass ihre Familienangehörigen oder Anwälte benachrichtigt wurden.

Über 100 Todesurteile gegen Minderjährige

Im Iran werden Menschen weitaus häufiger zum Tode verurteilt als in jedem anderen Land - wenn man die verhängten Todesurteile und Hinrichtungen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl betrachtet. Erschreckend sei, so der UN-Bericht, dass sich unter den Hingerichteten auch Minderjährige befänden. Mindestens 100 jungen Männern und Frauen, die als Minderjährige zum Tode verurteilt wurden, drohe derzeit die Hinrichtung.

Protest-gegen-Hinrichtungen

Berlin: Protest gegen Hinrichtungen im Iran

Laut UN-Angaben sind im Iran Hunderte von politischen Aktivisten, Journalisten, Regisseuren, Anwälten, Umweltaktivisten und Frauenrechtlerinnen in Haft. Folter und Misshandlung seien in den Gefängnissen an der Tagesordnung. In dem 21-seitigen Bericht werden mehr als 50 Einzelfälle aufgelistet, in denen Insassen erniedrigender Behandlung ausgesetzt wurden. Der UN-Sonderberichterstatter drückt auch seine Besorgnis über Menschenrechtsverletzungen gegen ethnische und religiöse Minderheiten aus, darunter gegen „Araber, Azeri, Bahai, Baluchen, Christen, Kurden, Sufis und sunnitische Muslime“.

Da das Teheraner Regime dem UN-Sonderberichterstatter die Einreise verweigert, wurde der Bericht aus Hunderten von amtlichen Dokumenten und glaubwürdigen Berichten zusammengestellt, die von iranischen und internationalen Menschenrechtsorganisationen, Augenzeugen und Familienangehörigen von Opfern stammen.

Ban-Ki-moonErst vor wenigen Tagen hatte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon (Bild links) in seinem Jahresbericht den Iran wegen seiner desolaten Menschenrechtssituation verurteilt. Die Verletzungen hätten sich in den letzten zwölf Monaten „fortgesetzt und intensiviert“, schrieb Ban Ki-moon in seinem Bericht. Der UN-Generalsekretär zeigte sich „tief beunruhigt“ über die „deutliche Zunahme“ bei der Anwendung der Todesstrafe, unfaire Prozesse, Amputationen, den Einsatz von Folter, willkürliche Verhaftungen und Inhaftierungen.

nach Presseberichten

zum Bericht des UN-Sonderberichterstatters über die Menschenrechtslage im Iran

zum Jahresbericht des UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon zur Menschenrechtslage im Iran



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