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Amnesty International hat am 23. März eine Eilaktion gestartet, um die Hinrichtung des iranischen Lehrers Abdolreza Ghanbari zu verhindern. Das Gnadengesuch des politischen Gefangenen wurde Ende Februar von der Teheraner Justiz abgelehnt, somit besteht akute Hinrichtungsgefahr.
Der 44jährige Abdolreza Ghanbari (Bild), Vater zweier Kinder, ist Lehrer für persische Literatur und Dozent an der Payam-e-Nour-Universität. Er war in der Lehrergewerkschaft aktiv. Am 27. Dezember 2009, als es landesweit Massenproteste gegen die Teheraner Diktatur gab, wurde Abdolreza Ghanbari an seinem Arbeitsplatz nahe der Stadt Varamin festgenommen. Seither wird er im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. Der Zugang zu einem Anwalt wurde ihm verwehrt. Durch Folter und andere Misshandlungen sollte der zu falschen Geständnissen gezwungen werden.
Nach einem unfairen Prozess vor dem Teheraner Revolutionsgericht wurde er am 30. Januar 2010 wegen angeblicher staatsfeindlicher Aktivitäten durch Kontakte mit der iranischen Oppositionsbewegung PMOI zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde im Mai 2011 in einer Berufungsverhandlung vor einem zweiten Willkürgericht bestätigt, und Ende Februar 2012 folgte de Ablehnung des Gnadengesuchs.
Amnesty International weißt darauf hin, dass weitere politische Gefangene im Iran wegen ihrer Kontakte zur PMOI in unfairen Prozessen zum Tode oder langen Haftstrafen verurteilt wurden. In vielen Fällen handelte es sich dabei um verwandtschaftliche Beziehungen oder Familienbesuche bei Angehörigen der PMOI, die in Ashraf im irakischen Exil leben.
Die politischen Gefangenen Jafar Kazemi, Mohammad Ali Haj Aghaei und Ali Saremi, die ebenfalls in Verbindung zu Familienangehörigen in Ashraf standen, wurden im Januar 2011 bzw. Dezember 2010 in Teheran wegen „staatsfeindlicher Aktivitäten“ hingerichtet.