Menschenrechtsverein


Sprungmarken

Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Öffentliche Hinrichtung in der südiranischen Stadt Shiraz im April 2011
13. Juli 2010

Iran gibt Protesten nach: Steinigung wurde verhindert

Nach einem internationalen Aufschrei der Empörung sieht die Justiz im Iran nun vorerst davon ab, eine zum Tode verurteilte Frau zu steinigen.

Sakineh Mohammadi ist in akuter Gefahr, zu Tode gesteinigt zu werden.Der Iran wird nach den Protesten von Menschenrechtlern aus aller Welt vorerst auf die Steinigung einer zum Tode verurteilten Frau verzichten. Das Urteil gegen die 43-jährige Sakineh Mohammadi-Ashtiani wegen angeblichen Ehebruchs werde aus "humanitären Bedenken" nicht vollstreckt, erklärte die zuständige Justizbehörde am 11. Juli laut einer Meldung der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA. Das Urteil werde nun überprüft.

Die drohende Steinigung der zweifachen Mutter hatte im Iran und im Westen Empörung ausgelöst. Unter anderem hatten sich Regierungen und Prominente, darunter auch die Außenminister Deutschlands und Großbritanniens, Guido Westerwelle und William Hague, gegen die Vollstreckung des grausamen Urteils ausgesprochen. Unter den Prominenten, die sich für die Freilassung der Iranerin einsetzen, sind die Schauspieler Colin Firth, Emma Thompson, Robert Redford und Lindsay Lohan, wie die Zeitung «The Times» berichtete.

Protest-gegen-SteinigungBei der Steinigung werden die Opfer in ein Erdloch eingegraben und mit Steinen beworfen, bis sie sterben. Wer sich jedoch aus eigener Kraft aus dem Loch befreien kann, ist frei. Männer werden bis zur Hüfte eingegraben - Frauen bis zum Nacken. Sie haben keinerlei Überlebenschance.

Eigentlich hat die iranische Justiz die Gerichte angewiesen, auf Urteile mit Steinigung zu verzichten. Dennoch werden solche Urteile - vor allem in ländlichen Gegenden - weiterhin gesprochen.

Die Kinder der verurteilten Sakineh Mohammadi-Ashtiani, die im Internet zum Protest gegen die Steinigung aufgerufen hatten, bestreiten, dass ihre Mutter sich überhaupt einer Straftat schuldig gemacht hat. Es gebe keinerlei Beweise für den angeblichen Ehebruch, das Urteil sei aus dem Ermessen des Richters gefällt worden. Ihr Anwalt, Mohammed Mostafaei, erklärte, die Angeklagte habe während des Verfahrens keinen Zugang zu einem Verteidiger erhalten.

nach Presseberichten

Weitere Informationen



Zeynab Jalalian Zeynab Jalalian und weiteren politischen Gefangenen im Iran droht die Hinrichtung. weiterlesen

UNO-80t Resolution verabschiedet: UNO verurteilt schwere Menschenrechts-verletzungen im Iran weiterlesen

Internationales Februar 2011: Bundesregierung kritisiert Hinrichtungswelle im Iran scharf weiterlesen

Sakineh Mohammadi ist in akuter Gefahr, zu Tode gesteinigt zu werden. Sakineh Mohammadi Aschtiani ist weiter in Hinrichtungs-gefahr. weiterlesen

Bundestag Dezember 2010: Bundesregierung zum Einsatz für Menschenrechte im Iran aufgefordert weiterlesen

Pastor Yousef Nadarkhani Proteste der Bundesregierung, der USA und der EU-Außenbeauf-tragten Catherine Ashton weiterlesen

15.01.2011, Berlin - Informationsveranstaltung zur Menschenrechtslage im Iran Januar 2011: Informationen zur Menschenrechtslage im Iran weiterlesen

Die Niederländerin Zahra Bahrami wurde am 29. Januar 2011 in Teheran hingerichtet. Februar 2011: Proteste nach der Hinrichtung der Niederländerin Zahra Bahrami in Teheran weiterlesen

Politische Gefangene in akuter Hinrichtungsgefahr Politische Gefangene in akuter Hinrichtungsgefahr weiterlesen

UN-Menschenrechte UNO beschließt Ernennung eines Sonderbeauf-tragten für die Menschen-rechtslage im Iran weiterlesen


Sprungmarken