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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Öffentliche Hinrichtung in der südiranischen Stadt Shiraz im April 2011
01. September 2010

Iran: Menschenrechtsaktivistin droht die Todesstrafe

Menschenrechtsorganisationen, darunter "Reporter ohne Grenzen", rufen zur internationalen Unterstützung für die gefangene Internetjournalistin Shiva Nazar-Ahari auf.

Die 26jährige Menschenrechtsaktivistin Shiva Nazar-Ahari ist seit Ende 2009 im Teheraner Evin-Gefängnis in Haft. Gegen sie wurde Berichten zufolge auch wegen sog. „Feindschaft zu Gott" - wie die Fundamentalisten den Bürgerwiderstand gegen das Regime nennen - Anklage erhoben. Somit droht ihr die Todesstrafe. Der nächste Termin ihres Prozesses vor dem Revolutionsgericht ist für den 4. September 2010 angesetzt.

Shiva Nazar-Ahari bei einem Hilfsprokekt für Kinder in Teheraner Armutsvierteln.

Shiva Nazar-Ahari bei einem Hilfsprojekt für Kinder in Teheraner Armenvierteln

Menschenrechtsorganisationen haben eine internationale Kampagne für die Internetjournalistin gestartet, die nur in Haft ist, weil sie von ihrem Recht auf Rede- und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht hat. In einer Petition fordert Reporter ohne Grenzen (ROG) die umgehende und bedingungslose Freilassung von Shiva Nazar-Ahari.

„Das iranische Regime lässt kein Mittel aus, um gegen diese tapfere Frau vorzugehen. Shiva Nazar-Ahari hat ihren Kampf für die Menschenrechte in den vergangenen Jahren dennoch unerschrocken fortgeführt – aller Einschüchterungsversuche durch die Justiz und mehrerer Festnahmen zum Trotz“, so ROG-Geschäftsführer Christian Rickerts.

Shiva Nazar-Ahari ist unter anderem Gründungsmitglied der Menschrechtsorganisation „Committee of Human Rights Reporters“ (CHRR). Das Komitee ist eine internet-basierte Plattform, die über Menschenrechtsverletzungen im Iran berichtet und sich insbesondere für die Rechte von Gefangenen, Flüchtlingen, Frauen und Kindern einsetzt. Seit der Präsidentschaftswahl im Juni 2009 übt die Regierung steigenden Druck auf das CHRR aus. Jegliche Zusammenarbeit mit dem Komitee wird als Straftat verfolgt.

In einer gemeinsamen Presseerklärung hatten Amnesty International und ROG schon im Juli auf die unmenschlichen Haftbedingungen politischer Gefangener im Iran aufmerksam gemacht. Viele Häftlinge sind schwer krank, eine medizinische Behandlung bleibt ihnen verwehrt. Sie sind in ständiger Gefahr, gefoltert oder in anderer Weise misshandelt zu werden. Hunderte politische Gefangene wurden in unfairen Gerichtsverfahren zu - teilweise langjährigen - Haftstrafen verurteilt. Mehrere politische Gefangene erhielten die Todesstrafe und sind in akuter Hinrichtungsgefahr.

Seit der Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr sind im Iran rund 180 Medienschaffende festgenommen worden. 36 Journalistinnen und Journalisten sowie Bloggerinnen und Blogger sind noch immer noch in Haft. Schätzungen zufolge sind zudem mehr als 200 Medienschaffende aus dem Iran geflohen, um so der Verfolgung durch den Staat zu entgehen.



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