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07. Mai 2018

Iran: Inhaftierter Wissenschaftler in Lebensgefahr

Die deutsche Hochschulrektorenkonferenz (HRK) fordert die sofortige Freilassung des international bekannten Mediziners Ahmadreza Djalali, der im Iran zum Tode verurteilt wurde.

Berichten von Menschenrechtlern zufolge befindet sich der im Iran inhaftierte Mediziner Ahmadreza Djalali in einem lebensbedrohlichen körperlichen und seelischen Zustand. In den vergangenen sechs Monaten habe er 25 Kilo an Gewicht verloren. Außerdem leide er unter Schwächeanfällen, massiven Gliederschmerzen und chronischer Schlaflosigkeit.

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Ahmadreza Djalali vor seiner Verhaftung (Bild links) und nach zwei Jahren Gefangenschaft

Der international bekannte Wissenschaftler, der seit Jahren in Schweden lebte, wird seit April 2016 unrechtmäßig im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. Er wurde im Oktober 2017 von einem Revolutionsgericht zum Tode verurteilt. Die Justiz des Teheraner Regimes behauptet, ohne Beweise dafür vorzulegen, Ahmadreza Djalali habe für Israel spioniert. Der Verurteilte weist diesen Vorwurf zurück und bezeichnet das Todesurteil als Vergeltungsmaßnahme, weil er sich geweigert habe, für den iranischen Geheimdienst zu spionieren.

Ahmadreza Djalali war Forscher und Dozent für Notfallmedizin an europäischen Universitäten. Er hat am schwedischen Karolinska-Institut sowie an Universitäten in Italien und Belgien gearbeitet.

Im November 2017 kam die UN-Arbeitsgruppe, die sich mit willkürlichen Inhaftierungen befasst, zu dem Schluss, dass der Freiheitsentzug von Ahmadreza Djalali willkürlich und damit rechtswidrig sei und gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte verstoße.

Am 2. Mai hat die deutsche Hochschulrektorenkonferenz (HRK) die sofortige Freilassung von Ahmadreza Djalali gefordert. In einer Pressemitteilung der HRK heißt es dazu u.a.:

„Unsere Besorgnis über das Schicksal des Wissenschaftlers Ahmadreza Djalali wächst von Tag zu Tag. Ich habe das Staatsoberhaupt des Iran erneut aufgefordert, ihn unverzüglich aus der Haft zu entlassen“, so berichtete der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Horst Hippler heute in Berlin. „Wir werden nicht nachlassen, uns für das Leben und die Freiheit von Dr. Djalali einzusetzen. Das tun wir nicht nur für ihn und seine Familie, sondern auch für die internationale Freiheit der Wissenschaft und im Sinne der wissenschaftlichen Zusammenarbeit gerade auch Deutschlands mit dem Iran.“

Laut Scholars at Risk, dem internationalen Netzwerk zum Schutz gefährdeter Wissenschaftler, ist Dr. Djalali in der Haft lebensbedrohlich erkrankt. Der in Schweden lebende Wissenschaftler wurde vor nunmehr über zwei Jahren bei einem Konferenzbesuch in Teheran inhaftiert und im Oktober letzten Jahres wegen „Verdorbenheit auf Erden“ (ifsad fil-arz) zum Tode verurteilt. Im Februar 2018 lehnte das oberste Gericht des Iran einen Antrag ab, das Todesurteil zu überprüfen. 

„Die wissenschaftlichen Beziehungen mit dem Iran können nur auf Grundlage der akademischen Freiheit und der Menschenrechte bestehen“, so Hippler. Die HRK unterstützt den dringenden Aufruf des internationalen Netzwerks Scholars at Risk, Unterstützerschreiben für Ahmadreza Djalali an die iranische Regierung zu schicken.

Der HRK-Präsident selbst hat sich bereits mehrfach gegenüber der iranischen Staatsführung für eine Freilassung von Ahmadreza Djalali eingesetzt.

mehr Informationen

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Brüssel: Protest für die Freilassung von Ahmadreza Djalali
Auch die Freie Universität Brüssel, wo Ahmadreza Djalali Dozent war, setzt sich für den inhaftierten Mediziner ein.



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