Menschenrechtsverein


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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
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10. Dezember 2018

Internationaler Tag der Menschenrechte: Menschenrechtsverteidiger im Iran brauchen Schutz

Die Menschen, die im Iran verfolgt werden, weil sie sich gegen die Unterdrückung stellen und Menschenrechte verteidigen, brauchen den Schutz und die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft.

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Anlässlich des alljährlich am 10. Dezember begangenen Internationalen Tages der Menschenrechte erinnern wir daran, dass Menschenrechtsverteidiger im Iran sich mit großem Mut gegen das Unrecht einsetzen und dafür einen hohen Preis zahlen. Sie werden mit aller Härte verfolgt.

Iran: Mutige Bürgerproteste für Menschenrechte werden stärker

Das Teheraner Regime gehört zu den schlimmsten Menschenrechtsverletzern der Welt. Willkürliche Verhaftungen, Folter und Massenhinrichtungen sind unter der islamistischen Diktatur an der Tagesordnung. Es gibt im Iran keine Meinungs- oder Glaubensfreiheit. Der Einsatz für Demokratie und Menschenrechte wird brutal unterdrückt.

Dennoch ist die Protestbewegung für Freiheit, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit im Iran stärker geworden. Das Aufbegehren der Menschen gegen Unterdrückung und Gewalt nimmt täglich zu. Mit friedlichen Protestkundgebungen und Streiks fordern Bürgerinnen und Bürger in verschiedenen iranischen Städten immer wieder mutig ihre Rechte ein, obwohl ihnen schwere Repressalien drohen.

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Lehrerinnen und Lehrer setzen sich im Iran aktiv für die Menschenrechte ein. Im Jahre 2018 haben sie in über 60 iranischen Städten mit Arbeitsniederlegungen für soziale Gerechtigkeit und gegen Unterdrückung und Meinungskontrolle in Bildungseinrichtungen protestiert. An den Protesten beteiligten sich auch Schüler und Studenten an mehreren Universitäten. Zahlreiche Lehrer sind im Iran wegen ihres menschenrechtlichen und gewerkschaftlichen Engagements in Haft.

Die landesweite Protestbewegung, der Menschenrechtsaktivisten, Frauenrechtlerinnen, Lehrer, Rechtsanwälte, Studenten, Umweltschützer und viele andere Bürgerinnen und Bürger angehören, fordert das Ende der Unterdrückung und die Freilassung von verhafteten Demonstranten und politischen Gefangenen. Sie engagiert sich für die Rechte von Frauen, Kindern und religiösen Minderheiten und setzt sich für den Stopp der Hinrichtungen und die Abschaffung der Todesstrafe ein.

Im Iran zahlen Menschenrechtsverteidiger einen hohen Preis für ihren Mut. Allein wegen ihrer friedlichen Proteste werden sie mit aller Härte verfolgt. Mit gewaltsamer Niederschlagung von Protesten, Massenverhaftungen und schweren Bestrafungen versucht das Regime, die Menschen einzuschüchtern. Zu den Mitteln des Regime-Terrors gegen die Bevölkerung gehören auch grausame Hinrichtungen.

Folter im Gefängnis: Menschenrechtsverteidiger in Lebensgefahr

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Arash Sadeghi vor seiner Inhaftierung und nach seiner Krebsoperation

Der Menschenrechtsverteidiger Arash Sadeghi ist seit 2016 in unrechtmäßiger Gefangenschaft. Er wurde zu 19 Jahren Haft verurteilt, weil er sich gegen die Todesstrafe eingesetzt und Berichte über Menschenrechtsverletzungen untersucht und veröffentlicht hat.  

Der im Rajai-Shahr-Gefängnis in der Stadt Karaj nahe Teheran inhaftierte Gefangene ist an einem bösartigen Knochentumor im rechten Arm erkrankt. Die Gefängnisleitung verweigerte ihm monatelang die notwendige medizinische Behandlung.

Mitte September 2018 wurde Arash Sadeghi in einem Krankenhaus operiert. Aber nur wenige Tage nach der Operation wurden die Ärzte daran gehindert, die Behandlung fortzusetzen, und der schwer kranke Patient wurde in das Gefängnis zurückgebracht. Sein Gesundheitszustand ist besorgniserregend.

Weil Arash Sadeghi an seinen Überzeugungen festhält, wird ihm im Gefängnis vorsätzlich medizinische Hilfe verweigert, um ihn zu bestrafen und zu foltern. Er muss sofort freigelassen und in einer Spezialklinik behandelt werden. Jede Verzögerung kann sein Leben kosten.

Fortschritte der Bewegung gegen die Todesstrafe im Iran

Todesstrafen-Gegner werden vom Teheraner Regime verfolgt und mit langjähriger Haft bestraft. Trotzdem engagieren sich auch im Iran immer mehr Menschen in der wachsenden Bewegung gegen die Todesstrafe. Über das Internet rufen sie zu Protesten gegen die Todesstrafe auf. Mit Mahnwachen und Petitionen bemühen sie sich darum, drohende Hinrichtungen zu verhindern. Ihrer Aufklärungsarbeit ist es zu verdanken, dass Gefangene vor der Hinrichtung gerettet werden konnten.

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Nein zur Todesstrafe! Ja zum Leben! Teheran, im Oktober 2018: Menschenrechtlerinnen und Menschenrechtler protestieren am Grab der Iranerin Reyhaneh Jabbari gegen die Hinrichtungen im Iran. Sie war im Alter vom 26 Jahren unschuldig zum Tode verurteilt und hingerichtet worden. Unter dem Regime-Präsidenten Rohani wurden schon über 80 Frauen hingerichtet.

Starke Frauen gegen die Todesstrafe

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Maryam Akbari-Monfared, Atena Daemi, Golrokh Ebrahimi und Nasrin Sotoudeh (im Bild v.l.n.r.) sind in Teheran in Haft, weil sie sich mutig gegen Menschenrechtsverletzungen und Hinrichtungen einsetzen. Aus dem Gefängnis heraus verurteilen sie immer wieder die grausame Hinrichtungspraxis im Iran und fordern die Abschaffung der Todesstrafe. Sie appellieren an uns alle, sie bei ihrem Einsatz gegen die Todesstrafe zu unterstützen.

Menschenrechtsverteidiger im Iran brauchen internationalen Schutz

Die Menschen, die im Iran verfolgt werden, weil sie sich gegen die Unterdrückung stellen und Menschenrechte verteidigen, brauchen den Schutz und die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft. Wir setzen uns dafür ein, dass Menschenrechtsverteidiger und Regimekritiker im Iran vor Verfolgung geschützt werden, und fordern die Freilassung aller Gefangenen, die aufgrund ihrer Menschenrechtsarbeit, ihres Glaubens oder ihrer Meinungen in Haft sind.

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