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27. November 2020

Hinrichtung im Iran stoppen! Inhaftierter Arzt in akuter Hinrichtungsgefahr

Internationale Kampagne für den Stopp der Hinrichtung und die Freilassung von Dr. Ahmadreza Djalali: Die deutsche Hochschulrektorenkonferenz (HRK) setzt sich für den schwedisch-iranischen Mediziner ein.

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Menschenrechtler und Wissenschaftler auf der ganzen Welt rufen zum Einsatz für die Rettung des schwedisch-iranischen Mediziners Dr. Ahmadreza Djalali (Bild) auf, der in einem Teheraner Gefängnis in akuter Hinrichtungsgefahr ist.

Dazu heißt es in einer Pressemitteilung der deutschen Hochschulrektorenkonferenz (HRK) vom 26. November u.a.:

Große Sorge um Dr. Ahmadreza Djalali wegen drohender Hinrichtung im Iran – HRK-Präsident fordert Freilassung des Wissenschaftlers

Amnesty International und Scholars at Risk berichten aktuell übereinstimmend, dass die Hinrichtung des seit April 2016 im Iran inhaftierten schwedisch-iranischen Wissenschaftlers Dr. Ahmadreza Djalali unmittelbar bevorsteht. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung setzt sich der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Peter-André Alt, abermals dafür ein, das Todesurteil gegen Dr. Dhjalali aufzuheben und ihn unverzüglich aus der Haft zu entlassen.

„Die jüngsten Nachrichten zum Vorgehen der iranischen Behörden sind überaus verstörend. Laut übereinstimmenden Berichten wurde Dr. Djalali in den vergangenen Tagen in ein anderes Gefängnis verlegt und in Einzelhaft genommen. Menschenrechtsorganisationen bewerten diese Maßnahmen als Indiz für eine unmittelbar bevorstehende Vollstreckung des Todesurteils. Ich habe mich dem breiten internationalen Protest angeschlossen und abermals in einem offenen Brief an die iranische Führung appelliert, die Todesstrafe nicht zu vollstrecken und Dr. Djalali in die Freiheit zu entlassen.

Die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit basiert auf den Standards der akademischen Freiheit und der Menschenrechte. Der Iran ist im Begriff, die bewährte deutsch-iranische Hochschulzusammenarbeit aufs Spiel zu setzen und der internationalen akademischen Gemeinschaft den Rücken zuzukehren.

Wir werden nicht aufhören, uns für Dr. Djalali einzusetzen. Es ist für mich nicht vorstellbar, dass die Hinrichtung eines hochanerkannten Wissenschaftlers und EU-Bürgers ohne Rückwirkung auf die Wissenschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und dem Iran bleiben wird.“     

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Der Mediziner Dr. Ahmadreza Djalali (im Bild mit seiner Frau und seinen Kindern vor der Inhaftierung) wird seit April 2016 zu Unrecht im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. Der 47-jährige Iraner, der auch schwedischer Staatsbürger ist und seit 2009 mit seiner Familie in Schweden lebte, war Forscher und Dozent für Katastrophenmedizin an europäischen Universitäten.

Ahmadreza Djalali wurde im Oktober 2017 nach fadenscheinigen Anklagen im Iran zum Tode verurteilt. Seine Verhaftung und Verurteilung sind Vergeltungsmaßnahmen des Teheraner Regimes, weil der Mediziner sich geweigert hatte, in Europa für den iranischen Geheimdienst zu spionieren. Seit seiner Inhaftierung wird Ahmadreza Djalali immer wieder gefoltert, damit er Straftaten gesteht, die er nicht begangen hat.

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Freie Universität Brüssel: Solidarität mit Ahmadreza Djalali

Menschenrechtler weisen darauf hin, dass im Iran bereits mehrere Wissenschaftler mit Kontakten zu westlichen Universitäten Verfolgung und Repressalien ausgesetzt waren, weil sie nicht bereit waren, mit dem Geheimdienst des Teheraner Regimes zusammenzuarbeiten. So war der Physiker Omid Kokabee fünf Jahre lang in Teheran in Haft, weil er nicht bereit war, am iranischen Atomwaffenprogramm mitzuarbeiten. Der Wirtschaftswissenschaftler Hamid Babaei war im Iran sechs Jahre lang in Haft, weil er es ablehnte, seine Studienkollegen in Belgien auszuspionieren.

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