Menschenrechtsverein


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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Menschenrechtsarbeit-500
02. Dezember 2020

Solidarität aus Deutschland: Kampagne zur Rettung von Dr. Ahmadreza Djalali

Gegen die drohende Hinrichtung des im Iran inhaftierten schwedisch-iranischen Mediziners Dr. Ahmadreza Djalali formiert sich weltweit Protest. Auch in Deutschland rufen Menschenrechtsgruppen und Wissenschaftsverbände zum Stopp der Hinrichtung und zur Freilassung des Arztes auf, der zu Unrecht in Gefangenschaft ist.

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GEW: Todesurteil gegen Ahmadreza Djalali aufheben!

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, dass das Todesurteil gegen Ahmadreza Djalali aufgehoben wird. In einer Pressemitteilung der GEW vom 30. November heißt es dazu:

„Die GEW protestiert gegen das gegen Ahmadreza Djalali verhängte Todesurteil: In einem Brief an Ali Chamenei, das politische und religiöse Oberhaupt des Irans, fordert die Gewerkschaftsvorsitzende Marlis Tepe gemeinsam mit Education International, das Todesurteil gegen den iranisch-schwedischen Arzt, Dozenten und Forscher in der Notfallmedizin aufzuheben und ihn unverzüglich und bedingungslos freizulassen.

Sichergestellt werden müsse, dass Djalali Zugang zu guter medizinischer Versorgung, einem Rechtsanwalt seiner Wahl und seiner Familie habe. Zudem müsse es eine unabhängige Untersuchung seiner Anschuldigungen und der unter Folter erzwungenen „Geständnisse“ geben.

Hinrichtung steht kurz bevor

Djalali wurde am 25. April 2016 ohne Haftbefehl von Agenten des Geheimdienstministeriums verhaftet und gefoltert. Er sollte gestehen, ein „Spion“ zu sein. Nach einem unfairen Prozess wurde er wegen „Verbreitung von Korruption auf der Erde“ zum Tode verurteilt. Nach Angaben von Amnesty International wurde er in die Einzelhaft des Teheraner Evin-Gefängnisses verlegt. Seine Hinrichtung soll unmittelbar bevorstehen. Der Gesundheitszustand des Mannes soll aufgrund der Haftbedingungen sehr schlecht sein, Zugang zu Ärzten hat er nicht.“

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Auch der Lehrer-Gewerkschaftsbund Bildungsinternationale (Education International), dem Bildungsgewerkschaften aus der ganzen Welt angehören, fordert den Stopp der Hinrichtung und die sofortige Freilassung von Ahmadreza Djalali.

DAAD unterstützt Forderung nach Freilassung von Ahmadreza Djalali

Am 27. November erklärte der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) in einer Pressemitteilung, er sei in großer Sorge um das Leben des schwedisch-iranischen Wissenschaftlers. Der DAAD unterstütze daher die Forderung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) nach Freilassung des Mediziners:

„Mit Sorge und Bestürzung haben wir von der Verlegung von Ahmadreza Djalali in ein anderes Gefängnis und seiner drohenden Hinrichtung erfahren. Wir unterstützen die Forderungen der HRK nach der Aufhebung des Todesurteils und einer sofortigen Freilassung des Wissenschaftlers“, sagte DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. „Aus unserer Sicht sind die Beachtung der Wissenschaftsfreiheit und rechtsstaatlicher Prinzipien Voraussetzungen für eine gedeihliche Entwicklung der Wissenschaftskooperationen auch mit dem Iran. Gleichzeitig setzen wir als DAAD auf das Prinzip ‚Wandel durch Austausch‘ und hoffen, dass die vielfältigen akademischen und gesellschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Iran dazu beitragen, Ahmadreza Djalalis Freilassung zu erwirken.“

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Djalali-300

Der Mediziner Dr. Ahmadreza Djalali (im Bild mit seiner Frau und seinen Kindern vor der Inhaftierung) wird seit April 2016 zu Unrecht im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. Der 47-jährige Iraner, der auch schwedischer Staatsbürger ist und seit 2009 mit seiner Familie in Schweden lebte, war Forscher und Dozent für Katastrophenmedizin an europäischen Universitäten.

Ahmadreza Djalali wurde im Oktober 2017 nach fadenscheinigen Anklagen im Iran zum Tode verurteilt. Seine Verhaftung und Verurteilung sind Vergeltungsmaßnahmen des Teheraner Regimes, weil der Mediziner sich geweigert hatte, in Europa für den iranischen Geheimdienst zu spionieren. Seit seiner Inhaftierung wird Ahmadreza Djalali immer wieder gefoltert, damit er Straftaten gesteht, die er nicht begangen hat.

Menschenrechtler weisen darauf hin, dass im Iran bereits mehrere Wissenschaftler mit Kontakten zu westlichen Universitäten Verfolgung und Repressalien ausgesetzt waren, weil sie nicht bereit waren, mit dem Geheimdienst des Teheraner Regimes zusammenzuarbeiten. So war der Physiker Omid Kokabee fünf Jahre lang in Teheran in Haft, weil er nicht bereit war, am iranischen Atomwaffenprogramm mitzuarbeiten. Der Wirtschaftswissenschaftler Hamid Babaei war im Iran sechs Jahre lang in Haft, weil er es ablehnte, seine Studienkollegen in Belgien auszuspionieren.



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