Menschenrechtsverein


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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
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15. Februar 2022

Menschenrechtsarbeit hat Erfolg: Atena Daemi ist frei!

Die Freilassung der bekannten iranischen Menschenrechtsaktivistin Atena Daemi aus der Haft wurde erreicht. Das Teheraner Regime musste dem öffentlichen Druck nachgeben und ihre unrechtmäßige Gefangenschaft beenden. Wir haben uns gemeinsam mit Menschenrechtlern auf der ganzen Welt für Atena Daemi eingesetzt.

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Die 32-jährige Menschenrechtsaktivistin Atena Daemi (im Bild mit ihrem Vater nach der Freilassung) wurde am 24. Januar 2022 aus dem Lakan-Gefängnis der nordiranischen Stadt Rasht freigelassen und konnte zu ihrer Familie in Teheran zurückkehren. Nach ihrer Freilassung hat sie sich mit einer Video-Botschaft bei allen bedankt, die sich für das Ende ihrer willkürlichen Gefangenschaft eingesetzt hatten. Dort sagte sie u.a.: „Ich hoffe, dass sich unser wichtigster Wunsch erfüllt, nämlich dass wir die Freiheit für alle erreichen und die Menschenrechte verwirklichen können!“

Menschenrechtler im Iran und weltweit hatten immer wieder die Freilassung von Atena Daemi gefordert, die seit November 2016 dauerhaft in Gefangenschaft war. Weil sie sich gegen Hinrichtungen und für die Rechte von Kindern und Jugendlichen eingesetzt hatte, wurde sie im Jahre 2016 zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.

Atena Daemis Haftzeit begann im Teheraner Evin-Gefängnis. Durch konstruierte Anklagen und Willkürurteile wurde ihre Haftstrafe immer wieder verlängert, weil sie ihre Proteste gegen Menschenrechtsverletzungen auch im Gefängnis fortsetzte.

Im Juli 2020 hätte Atena Daemi eigentlich freigelassen werden müssen. Doch die Freilassung wurde ihr verweigert, denn sie war im September 2019 zu einer neuen zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der Grund für diese Verurteilung war, dass die Menschenrechtlerin aus dem Gefängnis heraus gegen die Hinrichtungen von politischen Gefangenen, die 2018 vollstreckt wurden, protestiert hatte.

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Damals schrieb die mutige Menschenrechtsaktivistin: „Dieses neue Urteil macht mich nicht mutlos. Im Gegenteil, es ist ein Ansporn für mich, meinen Einsatz gegen die Todesstrafe und für Menschenrechte fortzusetzen. Ich werde nicht aufgeben. Ich bin ein Mensch und habe somit das Recht, meine Meinung und meinen Protest frei zu äußern. Niemand darf mir dieses Recht nehmen. Ich werde alles tun, damit die Welt von dem Unrecht und der Unterdrückung im Iran erfährt.“

Im Januar 2020 wurde Atena Daemi zum dritten Mal angeklagt. In dieser Anklage warf die Regime-Justiz ihr vor, dass sie im Dezember 2019 in einem offenen Brief gemeinsam mit sieben weiteren inhaftierten Menschenrechtsverteidigerinnen ihre Solidarität mit den Familien der im November 2019 von Regime-Truppen getöteten Demonstranten bekundet hat. Aufgrund der dritten Anklage wurde Atena Daemi im Juni 2020 in einem fünfminütigen Willkürprozess zu einer dritten Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt.

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Auch die Mutter von Atena Daemi hat sich immer wieder mit Mahnwachen für die Freilassung ihrer Tochter eingesetzt.

Im März 2021 wurde Atena Daemi zwangsweise und unter Gewaltanwendung aus dem Teheraner Evin-Gefängnis in das Lakan-Gefängnis der nordiranischen Stadt Rasht verlegt, die über 300 km von ihrer Heimatstadt Teheran und ihrer Familie entfernt ist. Die Zwangsverlegung war eine weitere Strafmaßnahme gegen die Menschenrechtlerin. Auch im Lakan-Gefängnis hat Atena Deami mit offenen Briefen mehrfach gegen die Menschenrechtsverletzungen protestiert, denen die Gefangenen dort ausgesetzt sind.

Menschenrechtsgruppen setzen sich weiter für die sofortige Freilassung aller Gefangenen im Iran ein, die allein deshalb in Haft sind, weil sie ihre Rechte auf Meinungs- und Redefreiheit wahrgenommen haben. Im Iran werden Menschenrechtsaktivisten allein wegen ihrer Überzeugungen und ihrer friedlichen Proteste unter dem Vorwand der „Gefährdung der Staatssicherheit“ mit aller Härte verfolgt. Menschenrechtsverteidiger brauchen internationalen Schutz. Beharrliche weltweite Aufmerksamkeit und starker öffentlicher Druck sind notwendig, um die Repression im Iran zu stoppen.



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