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Vorträge, Ausstellungen und Dokumentarfilme in Berlin, Dortmund, Hamburg, Hannover, Frankfurt und Stuttgart

Der Menschenrechtsverein für Migranten e.V. hat in den Sommermonaten 2008 in mehreren deutschen Städten zu Veranstaltungen eingeladen, wo über die Menschenrechtslage im Iran und die Arbeit des Vereins informiert wurde. Im Mittelpunkt stand dabei die Kampagne gegen die Todesstrafe und insbesondere gegen die Hinrichtung von Minderjährigen.
Im Juli, August und September fanden u. a. in Berlin, Dortmund, Hamburg, Hannover, Frankfurt und Stuttgart Informationsveranstaltungen des Menschenrechtsvereins statt. Dort konnten die Besucher sich anhand von Vorträgen, Ausstellungen und Dokumentarfilmen über die schweren Menschenrechtsverletzungen im Iran sowie über Projekte zur Rettung der Opfer informieren.
Dabei wurde auch an das Massaker an den politischen Gefangenen im Iran erinnert, das vor 20 Jahren, im August 1988, begann. Innerhalb von wenigen Monaten fielen diesem vom Regime organisierten Massenmord damals ca. 30000 Menschen zum Opfer.
Hamburg, 16. August 2008
Während eines Informationsnachmittages in Hamburg berichteten Aktive und Freunde des Menschenrechtsvereins u. a. über die Kampagne „LEBEN RETTEN: Schluss mit der Todesstrafe, den Hinrichtungen und der Folter!“.

Als Ehrengäste war die Familie Shojai zugegen, die aufgrund der im Iran erlittenen Verfolgung in Deutschland Asyl gefunden hat. Diese Familie hat durch die Hinrichtungswellen im Iran elf Angehörige verloren. Viele von ihnen waren Schüler oder Studenten, die Gegner des Fundamentalismus waren und deshalb hingerichtet oder in Haft zu Tode gefoltert wurden.
Dem Gefängnismassaker des Jahres 1988 fielen vier Angehörige der Familie zum Opfer, darunter Nasrin, die 17jährige Tochter der Eheleute Shojai. Da die gesamte Familie vom Regime verfolgt wurde, wurde das Mädchen mit 14 Jahren in Sippenhaft genommen. Nach drei Jahren Haft wurde die nun 17jährige Nasrin im Herbst 1988 bei einer Massenhinrichtung im Gefängnis erschossen. Die Familie Shojai berichtete den Besuchern der Hamburger Veranstaltung mit bewegenden Worten über die Repression im Iran und das Leid der Hinterbliebenen.
Gedenken an die Opfer des Gefängnismassakers im Jahre 1988
Im Gedenken an die Opfer des Gefängnismassakers von 1988 hatten Helferinnen des Vereins ein Arrangement aus Fotos, Blumen und Kerzen geschaffen. Hier war auch eine Dokumentation ausgelegt, in der die Daten und Fotos von 20000 Menschen zusammengefasst sind, die unter dem Regime der Fundamentalisten im Iran hingerichtet wurden, weil sie für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte eingetreten sind.

Die Gäste der Hamburger Veranstaltung gedachten der Opfer, indem sie Kerzen anzündeten und dem Klavierspiel von Peter Paulitsch aus Rotenburg lauschten, das den Unterdrückten und Verfolgten im Iran gewidmet war.
mehr Informationen zum Gefängnismassaker des Jahres 1988
Konsequenter Einsatz gegen Menschenrechtsverletzungen rettet Leben
Die Gäste der Hamburger Veranstaltung hörten u. a. Wortbeiträge von Pari Rahmani vom Vorstand des Menschenrechtsvereins und Jens-Thomas Kleinikauf, der seit Jahren Menschenrechtsprojekte im Iran unterstützt. Sie betonten die Notwendigkeit, dass die Menschenrechtsbeauftragten europäischer Regierungen und Parlamente sowie die Menschenrechtsgremien der UNO sich noch ernsthafter und konsequenter gegen die gravierenden Menschen- und Völkerrechtsverstöße des iranischen Regimes einsetzen müssen.

Die Missachtung der von ihm selbst unterzeichneten internationalen Abkommen durch dieses Regime macht ein umgehendes Handeln des UN-Menschenrechtsrats sowie des Weltsicherheitsrats notwendig. Umfangreiche Öffentlichkeits- und Dokumentationsarbeit ist unerlässlich, damit diesem Thema weit mehr Aufmerksamkeit zuteil wird als bisher.

Internationale Menschenrechtskampagnen, hartnäckiger Druck auf das Regime und Interventionen auf höchster politischer Ebene zeigen auch im Iran Wirkung. Dadurch wurde die Freilassung von Gefangenen erreicht, Todesurteile wurden aufgehoben, Hinrichtungen wurden ausgesetzt oder verhindert. Verfahren wurden neu aufgerollt, Hafterleichterungen wurden gewährt. Vielen Opfern der Willkürjustiz im Iran hat die internationale Unterstützung das Leben gerettet.

Die Besucher der Hamburger Veranstaltung hatten Gelegenheit, ihre Kenntnisse über die Arbeit des Menschenrechtsvereins und die Lage im Iran in Gesprächen mit den Aktiven und Betroffenen zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und ihre Meinungen und Vorschläge einzubringen.
Mit einem gemeinsamen Abendessen wurde die Veranstaltung abgeschlossen. Es war von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern vorbereitet worden und bestand aus verschiedenen Spezialitäten aus ihrer Heimat Iran. Auch beim Abendessen bot sich die Gelegenheit zu guten und intensiven Gesprächen mit anderen Menschenrechtsfreunden.
Hannover, 23. August 2008
Auch in Hannover wurde der Opfer des Gefängnismassakers im Jahre 1988 gedacht, und es wurde die Kampagne für Jugendliche in der Todeszelle vorgestellt.

Besonders berührt hat die Gäste ein Klaviersolo von Katharina Girr aus Bückeburg, die gemeinsam mit ihrer Familie schon an einigen Menschenrechtsveranstaltungen mitwirkte. Katharina spielte in Solidarität mit den Jugendlichen im Iran, die in Todesangst leben müssen.

In Hannover wurde u. a. eine aktuelle Appellbriefaktion des Menschenrechtsvereins vorgestellt, die das Ziel hat, die Mitglieder des Deutschen Bundestages auf die anhaltenden Menschen- und Völkerrechtsverstöße des iranischen Regimes aufmerksam zu machen. Die Parlamentarier werden darin aufgefordert, sich für die Einhaltung der Menschenrechte im Iran und die Rettung der Opfer einzusetzen.
Frankfurt, 30. August 2008

Auch die Frankfurter Veranstaltung informierte über die Unterdrückung im Iran. Von der Verfolgung durch das Regime sind vor allem diejenigen betroffen, die sich für Menschenrechte und Demokratie einsetzen, darunter Studenten, Journalisten und Frauenrechtlerinnen. In Frankfurt bekundeten die Gäste des Menschenrechtsvereins ihre Solidarität mit den Opfern der Repression im Iran, denen auch der Klaviervortrag von Ekkehard Scheutzow aus Mühlheim gewidmet war.