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Informationsveranstaltung zur Lage der Frauen im Iran

Am 8. März 2009 informierte der Menschenrechtsverein Freunde und Förderer des Vereins sowie andere Interessierte in seiner Berliner Geschäftsstelle über seine Arbeit. Anlässlich des Internationalen Frauentages berichtete der Verein ausführlich über die Lage der Frauen im Iran. Sie ist geprägt von schwersten Menschenrechtsverletzungen, während gleichzeitig der Frauenwiderstand gegen die fundamentalistische Diktatur ungebrochen ist.

Anhand einer Ausstellung von Fotos und Dokumenten, eines Dokumentarfilms sowie zahlreicher weiterer Informationsmaterialien konnten die Besucherinnen und Besucher sich einen Eindruck von der Diskriminierung und Unterdrückung der Frauen im Iran verschaffen. Es wurde außerdem über Menschenrechtskampagnen gegen die Steinigung und für die Freilassung von inhaftierten Frauenrechtlerinnen informiert.

Pari Rahmani vom Vorstand des Menschenrechtsvereins ging in ihrem Wortbeitrag auf die Menschenrechtsverletzungen an Frauen im Iran ein, würdigte aber auch insbesondere den Mut und die Ausdauer der Frauen, die sich trotz der Repression für Freiheit und Demokratie einsetzen.
Das Interesse der Gäste an diesem Thema und an der Arbeit des Menschenrechtsvereins war groß, was sich in zahlreichen Rückfragen, Anregungen und guten Gesprächen mit Mitarbeitern des Vereins zeigte. Den Abschluss des Informationsnachmittages bildete ein gemeinsames Abendessen, das eine weitere gute Gelegenheit für einen Meinungsaustausch bot.

Aus dem Wortbeitrag von Pari Rahmani:
„Die Unterdrückung der Frauen im Iran ist real und erschreckend. Aber mir ist auch wichtig, hier die andere Seite zu erwähnen, nämlich den ungebrochenen Widerstand der Frauen gegen den Fundamentalismus.
Die Frauen waren die ersten, die sich von Anfang an gegen die fundamentalistische Herrschaft zur Wehr setzten, nämlich mit Massendemonstrationen gegen den Schleierzwang und die anderen frauenfeindlichen Gesetze. Seit der Machtübernahme der Fundamentalisten haben Tausende von Frauen im Iran ihr Eintreten für Demokratie und Menschenrechte mit dem Leben bezahlt.

Auch heute wirken Frauen in allen Bewegungen, die sich für Demokratie und Menschenrechte im Iran einsetzen, engagiert mit. Es gibt eine stärker werdende Frauenbewegung, die für Gleichberechtigung im Iran kämpft. Trotz der Einschüchterungsmaßnahmen des Regimes kommt es im Iran immer wieder zu Protestaktionen und Demonstrationen von Frauen für Gleichberechtigung.

Im Rahmen der Kampagne „eine Million Unterschriften“ sammeln Frauen im ganzen Iran Unterschriften für die Abschaffung der Gesetze, die Frauen diskriminieren. Die Frauen verlangen Änderungen des Scheidungs-, des Sorge- und Erbschaftsrechts, die Abschaffung der Polygamie und die Angleichung des Mindestalters für die Strafmündigkeit von Mädchen und Jungen.
Iranische Rechtsanwältinnen und Journalistinnen wirken maßgeblich an der Kampagne gegen die Todesstrafe und insbesondere gegen die Steinigung mit.

Anwältinnen haben die Verteidigung von zum Tode verurteilten Minderjährigen übernommen und damit zur Aufhebung vieler Todesurteile beigetragen. Ein Großteil der Fälle ist erst durch die Arbeit von iranischen Internetjournalistinnen bekannt geworden.
In den Menschenrechtsgruppen, die sich um den Kontakt zu politischen Gefangenen kümmern und ihre Fälle publik machen, wirken zahlreiche Frauen mit, die als Mütter oder Ehefrauen Zugang zu den Gefangenen haben.

Bei all diesen Aktivitäten gehen die Frauen ein hohes persönliches Risiko ein. Immer wieder kommt es zu Vorladungen, Verhaftungen und Verurteilungen von Frauen, die sich in der Frauenbewegung engagieren.
Heute, am Internationalen Frauentag, denken wir an diese Frauen, die nicht aufgeben, obwohl sie immer wieder mit staatlicher Gewalt und Terror konfrontiert sind.“
Weitere Informationen zur Lage der Frauen im Iran lesen Sie hier.