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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
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28. November 2017

London: Mütter demonstrieren für die Freilassung der im Iran inhaftierten Nazanin Zaghari-Ratcliffe

Protest gegen Unrecht: Die britische Regierung wurde aufgefordert, dringend zu handeln. Die seit 600 Tagen in Teheran gefangen gehaltene britische Stiftungsmitarbeiterin müsse diplomatischen Schutz erhalten, damit sie aus der Haft freikommt.

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In London haben Mütter und Familien am 25. November mit einer vielbeachteten Protestkundgebung für die Freilassung der britischen Stiftungsmitarbeiterin Nazanin Zaghari-Ratcliffe demonstriert, die seit über 600 Tagen im Iran in unrechtmäßiger Gefangenschaft ist. Sie forderten die britische Regierung auf, sich endlich wirksam dafür einzusetzen, dass die britische Staatsbürgerin iranischer Herkunft freigelassen wird.

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Im Vorfeld der Kundgebung hatten Mütter aus ganz Großbritannien einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie das iranische Regime auffordern, Nazanin Zaghari-Ratcliffe und ihre dreijährige Tochter Gabriella umgehend nach London zurückkehren zu lassen.

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Zu den Mitwirkenden der Kundgebung gehörte auch die prominente Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Emma Thompson. Im Bild ist sie mit Richard Ratcliffe, dem Ehemann der inhaftierten Stiftungsmitarbeiterin, zu sehen, der sich von London aus mit einer internationalen Kampagne für die Freilassung seiner Frau einsetzt. Emma Thompson rief den britischen Außenminister auf, sich sofort nach Teheran zu begeben und sich dort für die Freilassung Nazanin Zaghari-Ratcliffes einzusetzen.

Am 24. November hatten Emma Thompson und die Parlamentsabgeordnete Tulip Siddiq in der Tageszeitung Guardian darauf hingewiesen, dass auch die UNO bestätigt habe, dass die Gefangenschaft von Nazanin Zaghari-Ratcliffe im Iran unrechtmäßig ist. Somit verletze das Teheraner Regime internationales Recht, und die britische Regierung müsse dringend handeln und der Britin diplomatischen Schutz gewähren, damit ihre Gefangenschaft beendet wird.

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Dank einer intensiven Menschenrechtskampagne hat der Fall Nazanin Zaghari-Ratcliffes in Großbritannien und weltweit große Aufmerksamkeit erlangt. Der öffentliche Druck bewirkte, dass der britische Außenminister Boris Johnson am 1. November die Inhaftierung der britischen Staatsangehörigen im Iran scharf verurteilte und erklärte, er sei bereit, sie im Teheraner Evin-Gefängnis zu besuchen.

Menschenrechtler setzen sich nun dafür ein, dass die britische Regierung ihren gesamten Einfluss geltend macht, um zu erreichen, dass die Stiftungsmitarbeiterin schnellstmöglich freigelassen wird und mit ihrer Tochter nach London zurückkehren kann.

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Nazanin Zaghari-Ratcliffe mit ihrer Tochter Gabriella vor der Inhaftierung

Nazanin Zaghari-Ratcliffe war mit ihrer Tochter Gabriella zu Besuch bei ihrer Familie in Teheran, als sie am 3. April 2016 festgenommen wurde. Seither ist sie in Haft. Die Tochter ist in der Obhut der Großeltern in Teheran. Die Mutter darf ihre dreijährige Tochter nur im Gefängnis sehen.

Im September 2016 wurde Nazanin Zaghari-Ratcliffe aufgrund konstruierter Anklagen wegen angeblicher „Umsturzversuche“ im Iran zu fünf Jahren Haft verurteilt. Die Stiftungsmitarbeiterin war nie an politischen Aktivitäten im Iran beteiligt. Wie Iran-Experten bestätigen, nutzt das Regime in Teheran ihre Gefangenschaft als politisches Druckmittel - wie es auch bei anderen Gefangenen mit doppelter Staatsbürgerschaft der Fall ist.

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Nach 18 Monaten Haft wurde Nazanin Zaghari-Ratcliffe im Oktober 2017 erneut vor ein Revolutionsgericht gestellt. Sie erfuhr dort von neuen Anklagen, die zu einer Verurteilung zu weiteren 16 Jahren Gefängnis führen können. Daraufhin erlitt sie einen Nervenzusammenbruch. Am 10. Dezember muss sie erneut vor Gericht erscheinen.

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