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Mai 2010 - Paris: Proteste gegen die Verfolgung von Journalisten im Iran
17. November 2010

Reporter ohne Grenzen fordert Freilassung der im Iran inhaftierten deutschen Journalisten

"Die Journalisten im Fernsehen vorzuführen, ist eine besonders perfide Form von Propaganda"

HaftDie Organisation "Reporter ohne Grenzen" (ROG) hat erneut die sofortige Freilassung der beiden im Iran inhaftierten deutschen Journalisten gefordert. Sich zu informieren, sei keine Spionage, erklärte die Organisation.
Dazu heißt es in einer Pressemitteilung von Reporter ohne Grenzen vom 16. November u. a.:

„Die beiden haben von ihrem Menschenrecht auf Pressefreiheit Gebrauch gemacht. Informieren ist keine Spionage“, sagt Jean-François Julliard, ROG-Generalsekretär. Die Journalisten seien lediglich ihrer Pflicht nachgekommen, aus einem Land zu berichten, in dem die Regierung keine freie Berichterstattung zulasse und eine extrem restriktive Visa-Praxis für ausländische Journalisten herrsche.

„Die Journalisten im Fernsehen vorzuführen, ist eine besonders perfide Form von Propaganda“, so Julliard weiter. Bisher sei noch nicht einmal offiziell ein Verfahren gegen die beiden Journalisten eingeleitet oder Klage gegen sie erhoben worden. Zudem sei weder nachvollziehbar wann, noch unter welchen Umständen das Video aufgenommen wurde.

Die Festnahme der beiden Journalisten war erstmals am 11. Oktober bekannt geworden. Die beiden Deutschen hatten den Sohn der inhaftierten Iranerin Sakineh Mohammadi Aschtiani interviewt. Seit der Inhaftierung der Reporter in der westiranischen Stadt Täbris versucht das Auswärtige Amt, deren Freilassung auf diplomatischen Wegen zu erreichen.

Am 16. November warf der oberste Justizbeamte der Provinz Ost-Aserbaidschan, Malek Adschdar Scharifi, den beiden Journalisten „Spionage“ vor. Am Vorabend hatte das iranische Staatsfernsehen ein Video ausgestrahlt, in dem die inhaftierten Deutschen zu sehen waren. Allerdings waren die Worte der beiden vollständig von einer Sprecherstimme überlagert.

Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) bekräftigte seine Forderung nach sofortiger Freilassung der beiden Deutschen. Die stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende Ulrike Kaiser nannte den Spionagevorwurf abstrus: "Berichterstattung über Menschenrechtsverletzungen ist keine Spionage, sondern notwendige Information." Kaiser forderte das Auswärtige Amt auf, seine Bemühungen um die Freilassung der beiden Kollegen zu verstärken.

nach Presseberichten

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