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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Mai 2010 - Paris: Proteste gegen die Verfolgung von Journalisten im Iran
20. Dezember 2010

Bischöfe fordern Freilassung der im Iran inhaftierten deutschen Journalisten

Spitzenvertreter der katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland haben an den Iran appelliert, die beiden inhaftierten deutschen Reporter freizulassen. Sie beriefen sich auf die Menschenrechte und Pressefreiheit.

Die beiden Reporter waren am 10. Oktober 2010 bei dem Versuch verhaftet worden, im Iran den Sohn und den Anwalt von Sakineh Mohammad-Aschtiani zu interviewen, die zum Tode durch Steinigung verurteilt wurde. Seither sitzen sie im Gefängnis der Provinzhauptstadt Täbris.

Zwei deutsche Reporter sind seit dem 10. Oktober im Iran in Haft.

Zu den sieben prominenten Kirchenvertretern, die sich nun für die beiden Journalisten einsetzten, gehören der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, und der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider.

In der "Bild am Sonntag" nannte es Präses Nikolaus Schneider nicht hinnehmbar, dass Journalisten, die nach Wahrheit suchten, inhaftiert würden. Darüber hinaus gelte: „Pressefreiheit ist ein hohes Gut, das sich weltweit durchsetzen muss.“

Aus den Erklärungen der Kirchenvertreter:

Erzbischof Robert Zollitsch: „Ich appelliere an die Regierung in Teheran, die beiden Journalisten umgehend freizulassen. Nur eine Gesellschaft, die die Menschenrechte verwirklicht, kann als humane Gesellschaft bezeichnet werden.“

Der Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx: „Presse- und Meinungsfreiheit sowie die Freiheit des Individuums sind unveräußerliche Menschenrechte. Ich appelliere an die Verantwortlichen in Teheran: Achten Sie die Menschenwürde und lassen Sie die beiden Journalisten ausreisen!“

Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann: „Die Festnahme der beiden Journalisten ist wirklich im Blick auf die Menschenrechte, besonders der Meinungsbildung und der Pressefreiheit, eine große Enttäuschung. Ich kann die iranischen Behörden nur bitten, sie unverzüglich freizulassen.“

Der evangelische Landesbischof von Bayern, Johannes Friedrich: „Eine freie Presse ist die Voraussetzung dafür, dass Fehlentwicklungen in einer Gesellschaft benannt und korrigiert werden können. Insofern gehört eine freie Presse zu den Grundlagen einer humanen Gesellschaft.“

Beten für die Reporter will der Berliner Bischof Markus Dröge: „Mit meinem Gebet begleite ich die beiden im Iran inhaftierten Journalisten. Ebenso wie die Religionsfreiheit unteilbar ist, muss auch die Pressefreiheit als ein weltweit anzuerkennendes Grundrecht verwirklicht werden. An den Iran habe ich die große Erwartung, alles für die Freilassung der beiden Deutschen zu unternehmen. Gerade zum Weihnachtsfest wäre das ein wichtiges Signal. In meine Fürbitte schließe ich auch die Familien der beiden Redakteure ein.“

nach Presseberichten

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