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Mai 2010 - Paris: Proteste gegen die Verfolgung von Journalisten im Iran
03. Januar 2011

Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport fordern die Freilassung der im Iran festgehaltenen deutschen Journalisten

An der Solidaritätsaktion beteiligten sich mehrere Bundesminister, Vertreter aller Bundestagsparteien, der Deutsche Gewerkschaftsbund, Wirtschaftsführer sowie Nobel- und Oscarpreisträger.

In einem Appell haben hundert Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport am 2. Januar vom Iran die Freilassung der beiden inhaftierten deutschen Journalisten gefordert. An der Solidaritätsaktion in der "Bild am Sonntag", deren Redaktion die Reporter angehören, beteiligten sich mehrere Bundesminister, Vertreter aller Bundestagsparteien, der Deutsche Gewerkschaftsbund, Wirtschaftsführer sowie Nobel- und Oscarpreisträger.

Die beiden deutschen Journalisten sind seit dem 10. Oktober 2010 im Iran in Haft.

Die beiden deutschen Journalisten sind seit dem 10. Oktober 2010 im Iran in Haft.

Die beiden Journalisten wurden am 10. Oktober 2010 in der nordwestiranischen Stadt Täbriz festgenommen, weil sie den Sohn der zum Tod durch Steinigung verurteilten Iranerin Sakineh Mohammadi Aschtiani ohne die im Iran erforderliche Genehmigung interviewt hatten.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte: "Die beiden (Reporter) müssen so schnell wie möglich freikommen und nach Deutschland zurückkehren. Dafür werde ich mich auch im neuen Jahr mit ganzer Kraft einsetzen."

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg warnte den Iran vor Konsequenzen bei einer weiteren Inhaftierung der Journalisten: "Ich appelliere an den Iran, die beiden so schnell wie möglich freizulassen. Ein Staat, der wie der Iran ständig um Verständnis wirbt, sollte darauf achten, dies nicht auf anderen Gebieten zu verspielen."

Auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel forderte eine umgehende Freilassung der Journalisten: "Das ist nicht nur eine Frage der Pressefreiheit und der Menschenrechte, sondern auch ein Gebot der Humanität." Ähnlich äußerten sich Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin und der Vorsitzende der Linken-Fraktion im Bundestag, Gregor Gysi, sowie CSU-Chef Horst Seehofer.

Für die Wirtschaft schlossen sich der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, der Vorstandsvorsitzende der Telekom, Rene Obermann, BMW-Chef Norbert Reithofer, Bahn-Chef Rüdiger Grube und Metro-Chef Eckhard Cordes der Forderung nach Freilassung an. Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche erklärte: "Ein Land, das in der Welt respektiert werden will, sollte auch die Pressefreiheit respektieren."

Namhafte Künstler wie Udo Jürgens, Maria Furtwängler, Peter Maffay und Udo Lindenberg verwenden sich ebenfalls für die Freilassung der Reporter. Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller erinnert die Willkür im Iran "an die Schauprozesse der stalinistischen Diktaturen in Osteuropa. Auch damals war das Hinschauen des Westens bitter nötig. Und bis zum Zusammenbruch dieser Regime waren Verfolgte auf mutige Journalisten aus dem Westen angewiesen." Sie hoffe, "dass der Iran die beiden Journalisten nicht als Faustpfand benutzen will für andere Interessen".

Zu den prominenten Sportlern, die die Freilassung der Journalisten fordern, gehören unter anderem Nationalspieler Philipp Lahm, Handball-Bundestrainer Heiner Brand, Fußball-Trainer Felix Magath, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach, Rennfahrer Michael Schumacher, Franz Beckenbauer und Günther Netzer.

nach Presseberichten

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