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April 2010 - Seit dem iranischen Neujahr, das mit dem Frühlingsanfang zusammenfällt, versammeln sich immer wieder Familienangehörige von politischen Gefangenen vor dem Evin-Gefängnis in Teheran und anderen Gefängnissen des Landes und fordern die Freilassung der Häftlinge.

Besonders vor und während der Neujahrsfeierlichkeiten am 21. März versammelten sich hunderte Menschen vor den Gefängnissen zu nächtlichen Mahnwachen und gedachten dabei auch der Toten, die in den vergangenen Monaten durch staatliche Gewalt im Iran um Leben gekommen waren. Sie forderten die Freilassung der politischen Gefangenen, die zum Teil seit Monaten willkürlich und ohne Rechtsbeistand in der Haft festgehalten werden.

Familienangehörige und Menschenrechtler versammeln sich immer wieder vor den Gefängnissen, obwohl ihnen von Regimepolizisten mehrfach die Verhaftung angedroht wurde. Familien von bekannten politischen Gefangenen wurde ausdrücklich verboten, an Neujahr zu den Gefängnissen zu kommen.

So berichtete die Mutter eines inhaftierten iranischen Menschenrechtlers, es sei den Familien der Gefangenen verboten worden, das neue Jahr vor dem Teheraner Evin-Gefängnis zu begehen, wo ihre Angehörigen festgehalten werden. Parvin Mokhtare, die Mutter des Menschenrechtlers Kouhyar Goodarzi, sagte Medienberichten zufolge, sie und andere Verwandte von Gefangenen hatten geplant, kurz vor dem Neujahrstag am 21. März vor dem Evin-Gefängnis zusammenzukommen.

“Wir hatten vor, das traditionelle Neujahrsgedeck vor den Mauern des Gefängnisses aufzubauen, damit wir unseren Angehörigen im Gefängnis an Neujahr näher sind”, sagte sie. “Aber wir wurden von Polizisten und anderen bewaffneten Kräften daran gehindert, die zum Gefängnis führende Straßen blockiert hatten.”

Nach Berichten iranischer Menschenrechtsorganisationen wurden in den vergangenen 12 Monaten Tausende iranische Bürgerinnen und Bürger in Haft genommen wurden, weil sie für Freiheit und Demokratie demonstriert hatten, darunter mindestens 550 namentlich bekannte Studenten und 147 Journalisten. Es wurden Haftstrafen von insgesamt mindestens 418 Jahren gegen bekannte politische Aktivisten und Journalisten verhängt. Dazu kommen mindestens 16 Todesurteile. Fast 24000 Fälle vorübergehender Verhaftungen sind dokumentiert.