Suchen
Seit Mitte Juni 2009 gibt es im ganzen Iran immer wieder Massendemonstrationen für Freiheit und Demokratie. Hunderttausende haben sich bisher in Teheran und anderen Städten daran beteiligt, darunter sind immer wieder auch Tausende von Frauen. Trotz der schockierenden Brutalität, mit der das Regime versucht, den Proteststurm aufzuhalten, gehen immer wieder Menschen auf die Straße und äußern friedlich ihren Protest gegen die Diktatur und Unterdrückung. In Sprechchören rufen sie "Freiheit, Freiheit“, "Lasst die politischen Gefangenen frei" und "Nieder mit dem Diktator“.

Schon vor diesen größten Massenprotesten seit den 80er Jahren war es im Iran immer wieder zu Bürgerprotesten, Demonstrationen und Streiks für Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit gekommen. Auch die Aktivitäten von Menschenrechtlern im Iran gegen Todesstrafe, Hinrichtungen und andere Menschenrechtsverletzungen hatten kontinuierlich zugenommen.

Im ganzen Land begehren Studentinnen und Studenten immer wieder gegen die Diktatur auf und wehren sich gegen Zensur, Meinungskontrolle und Repression an den Universitäten. In den vergangenen Jahren kam es in den Hochschulen Teherans und anderer Städte mehrfach zu Kundgebungen, Sitzstreiks, Hungerstreiks und Vorlesungsboykotten der Studentinnen und Studenten. Sie protestierten damit gegen die zunehmende Unterdrückung an den Hochschulen und für die Freilassung ihrer festgenommenen Kommilitonen. Während der Protestaktionen haben sich zahlreiche Bürger von außerhalb der Universitäten mit den Studenten solidarisiert.

In zahlreichen iranischen Städten und Betrieben kommt es immer wieder zu Streiks und Demonstrationen von Arbeitnehmern für soziale Gerechtigkeit. Neben Hunderten von kleineren Protestaktionen haben die Gewerkschaften im Iran trotz der Repression auch Massenproteste organisiert.
In den Provinzen kommt es regelmäßig zu Protesten und Demonstrationen der verschiedenen Volksgruppen gegen ihre Unterdrückung und Diskriminierung als ethnische Minderheiten. Sie fordern unter anderem das Recht auf Publikationen und Schulunterricht in ihrer Muttersprache.

Aktivistinnen der Frauenbewegung setzen sich landesweit mit Protestaktionen gegen die Diskriminierung der Frauen ein. Im Rahmen der Kampagne "Eine Million Unterschriften für die Gleichberechtigung der Frau" informieren sie Menschen im ganzen Land in persönlichen Gesprächen über die Gesetze, die Frauen diskriminieren, und fordern deren Abschaffung.
Menschenrechtsaktivisten setzen sich dafür ein, dass Fälle von politischen Gefangenen und bevorstehende Hinrichtungen bekannt gemacht werden, und nutzen das Internet für weltweite Protestkampagnen.

Die Arbeit der internationalen und exil-iranischen Menschenrechtsorganisationen wird wesentlich unterstützt durch die Aktivitäten von Menschenrechtlern im Iran. Sie liefern die Informationen, die nötig sind, um weltweit Kampagnen für die Rettung der Opfer zu starten. Anwälte, Journalisten und Frauenrechtlerinnen sorgen im Iran dafür, dass das Schweigen gebrochen wird und Fälle international bekannt werden.

Nachdem die Arbeit von ausländischen Journalisten im Iran im Sommer 2009 weitgehend untersagt wurde, waren es iranische Menschenrechtler und Journalisten, die Berichte und Bilder über die brutale Unterdrückung der Bürgerproteste weltweit verbreiteten. Durch ihre Arbeit wurden die erschreckenden Zustände, die Folter und die Vergewaltigungen in den Regime-Gefängnissen bekannt, die sowohl in der iranischen Bevölkerung als auch international einen Sturm der Entrüstung hervorriefen.