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Zehn Gefangene, darunter eine Frau, in Teheran gehängt
Mit einer weiteren Massenhinrichtung hat das iranische Regime sich erneut gegen den weltweiten Trend zur Abschaffung der Todesstrafe gestellt.
Erst am 20. November hatte die große Mehrheit der UN-Mitgliedsstaaten in dem für Menschenrechtsfragen zuständigen Dritten Ausschuss der UN-Generalversammlung eine Resolution verabschiedet, die einen weltweiten Hinrichtungsstopp fordert. Die Resolution war mit 105 gegen 48 Stimmen angenommen worden.
Während die Welt die Todesstrafe mehr und mehr ächtet, wurden am 26. November bei einer Massenhinrichtung im Teheraner Evin-Gefängnis zehn Verurteilte gehängt, unter ihnen eine 37jährige Frau. Ihr Fall sorgte für Aufsehen, weil sie im Affekt gehandelt hatte: Sie habe ihren Mann getötet, weil dieser ihre Tochter vergewaltigt hatte.
Die Hinrichtung von Fatemeh Haghighat-Pajouh war wegen internationaler Proteste mehrfach verschoben worden. Sie befand sich seit 2001 in Teheran in Haft und hatte in Vernehmungen angegeben, der Mann habe ihre 15jährige Tochter aus erster Ehe vergewaltigt. Ihr Anwalt war nicht 48 Stunden vor der Hinrichtung benachrichtigt worden, wie es das iranische Gesetz vorsieht.
Zuletzt waren Ende Juli bei einer Massenhinrichtung ebenfalls im Evin-Gefängnis 29 Todesurteile vollstreckt worden. Seit Beginn des Jahres 2008 wurden im Iran allein nach amtlichen Verlautbarungen über 300 Menschen hingerichtet, viele von ihnen öffentlich.
Amnesty International und andere Menschenrechtsorganisationen haben den Iran zu einem Stopp aller Hinrichtungen aufgefordert: „In der UN-Generalversammlung hat die internationale Gemeinschaft klar zum Ausdruck gebracht, dass Hinrichtungen unakzeptabel sind. Diese unmissverständliche Botschaft muss von allen Nationen beachtet werden.“
nach Pressemeldungen
Norwegens Regierung verurteilte die Hinrichtung von acht Männern und einer Frau.
"Anwendung von Folter, hohe Anzahl von Hinrichtungen, gewaltsame Unterdrückung der Frauen und zunehmende Diskriminierung religiöser Minderheiten"
Die Anwältin Nasrin Sotoudeh wurde daran gehindert, einen ihr verliehenen Menschenrechtspreis persönlich entgegenzunehmen.