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Die Anwältin Nasrin Sotoudeh wurde daran gehindert, einen ihr verliehenen Menschenrechtspreis persönlich entgegenzunehmen.
Die iranische Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotoudeh wurde am Teheraner Flughafen an der Ausreise nach Italien gehindert, wo ihr der diesjährige Menschenrechtspreis der Organisation Human-Rights-International überreicht werden sollte. Kurz vor dem Abflug hielten zwei Regimepolizisten die Anwältin auf und nahmen ihr den Pass ab. Trotz ihrer Proteste wurde ein Ausreiseverbot verkündet, und Nasrin Sotoudeh musste mit ihrem zweijährigen Kind in Teheran bleiben. Die Ausreise ihres Ehemannes und ihrer neunjährigen Tochter gelang jedoch. Sie haben den Menschenrechtspreis am 12. Dezember bei einer feierlichen Zeremonie in Meran stellvertretend entgegengenommen.
„Das Ausreiseverbot bestätigt uns nur darin, wie richtig und wichtig es war, in diesem Jahr den Preis an Nasrin Sotoudeh zu vergeben!“ so heißt es in einer Erklärung der OrganisatorInnen des Human-Rights-International-(HRI)-Preises 2008. „Noch einmal mehr wird damit bewiesen, dass der Staat Iran die Menschenrechte missachtet und die MenschenrechtsverteidigerInnen verfolgt!“
„Dass in einem solchen Staat wie Iran der Ehemann ausreist, um den Preis seiner Frau entgegen zu nehmen und somit auf diese Weise demonstriert, dass nicht alle Männer in Iran dem Dogma der Frauenunterdrückung und der Diskriminierung zustimmen, ist für uns ein schönes Zeichen!“ ist die Mitteilung des Organisationskomitees. „Auch dass die heranwachsende Tochter von Nasrin die Ehrung ihrer Mutter erleben kann, ist für uns ein wertvoller Beitrag für die kommende Generation in Iran, die ein Recht auf Respekt und Würde hat!“
Nasrin Sotoudeh (45) ist eine der bekanntesten Menschenrechtsanwältinnen im Iran. Sie verteidigt ehrenamtlich viele Aktivistinnen, die sich für die Frauenrechte im Iran einsetzen, speziell die Frauen, die sich bei der Aktion “Kampagne für eine Million Unterschriften“ beteiligen. Sotoudeh ist auch bekannt für ihren Einsatz für zum Tode verurteilte Minderjährige.
Am 12. Juni 2008 wurden in Teheran acht Frauen verhaftet, die zu einem geplanten Vortrag gegen die Diskriminierung der Frauen im Iran gekommen waren. Nasrin Sotoudeh kam ihnen als Anwältin und Menschenrechtsverteidigerin zu Hilfe, sie wurde ebenfalls verhaftet. Sie wurde am Tag darauf wieder frei gelassen und steht seitdem unter Anklage.
Während der Preisverleihung in Meran war eine Videobotschaft von Nasrin Sotoudeh zu sehen, in der sie - mit teils sehr bewegenden Bildern über die Frauenbewegung auf den Straßen Irans - erklärte, mit wie viel Einsatz und Risiko sich die Frauen im Iran für die eigenen Rechte, aber auch für die Menschenrechte und die Demokratie im eigenen Lande einsetzen.
nach Pressemeldungen
Norwegens Regierung verurteilte die Hinrichtung von acht Männern und einer Frau.
"Anwendung von Folter, hohe Anzahl von Hinrichtungen, gewaltsame Unterdrückung der Frauen und zunehmende Diskriminierung religiöser Minderheiten"
"Demokratie für den Iran - Frieden für die Welt"