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07. August 2018

Teheraner Regime zerstört Massengräber von Hinrichtungsopfern

Die Zerstörung von Massengräbern in der Stadt Ahvaz ist ein weiterer Versuch des Regimes im Iran, die Massenhinrichtungen von politischen Gefangenen in den 1980er Jahren zu vertuschen.

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Amnesty International macht mit einer Urgent Action darauf aufmerksam, dass das Teheraner Regime in der südwestiranischen Provinzhauptstadt Ahvaz damit begonnen hat, Massengräber von Hinrichtungsopfern zu zerstören (Bild).

Bei den Hingerichteten handelt es sich um politische Gefangene, die in den 1980er Jahren heimlich hingerichtet und von ihren Henkern in anonymen Massengräbern verscharrt wurden. Sie sind zumeist Opfer des Gefängnismassakers von 1988, das einer der grausamen Höhepunkte der Verfolgung von Oppositionellen im Iran ist und zu den schwersten Menschenrechtsverbrechen des dort herrschenden islamistischen Regimes zählt. Im Spätsommer und Herbst 1988 wurden in den Gefängnissen Irans täglich Massenhinrichtungen vollstreckt, bei denen tausende politische Gefangene getötet wurden.

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Paris im Juni 2018: Menschenrechtler und Exiliraner erinnern an die Opfer der Massenhinrichtungen im Iran.

Dokumente belegen, dass viele hochrangige Vertreter des aktuellen Regimes im Iran an dem Massaker von 1988 direkt beteiligt waren. Familienangehörige der Opfer und Menschenrechtler fordern, dass die Straflosigkeit der Funktionäre des Teheraner Regimes für die Massenhinrichtungen ein Ende haben müsse. Sie verlangen Aufklärung und Gerechtigkeit für die Opfer.

Wie Amnesty International berichtet, wird nun in der Stadt Ahvaz (Provinz Chuzestan) eine Straße über eines der Massengräber und Dutzende Einzelgräber gebaut. Seit dem 20. Juli 2018 seien Foto- und Videobeweise aufgetaucht, die zeigen, dass die Betonstruktur des Massengrabes sowie Dutzende von Einzelgräbern zertrümmert wurden.

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In der Urgent Action von Amnesty heißt es u.a.: „Die Zerstörung der Gräber folgt einer drei Jahrzehnte andauernden Geschichte des Verschwindenlassens durch die Behörden. Die Wahrheit über das Schicksal und den Verbleib der Opfer der außergerichtlichen Hinrichtungen von 1988 wurde verschleiert und den Familien das Recht verweigert, die sterblichen Überreste ihrer Angehörigen gemäß ihrer Traditionen zu beerdigen. Stattdessen wurde die Grabstätte in eine Müllhalde verwandelt, Trauerrituale verboten und jede kritische öffentliche Diskussion unterbunden. Das Leid, das den Familien mit dem Verschwindenlassen und der heimlichen Hinrichtung ihrer Angehörigen, mit der Verschleierung ihres Verbleibs und der Entweihung ihrer Gräber zugefügt wird, ist eine Form der Folter oder anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung, die unter dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte verboten ist.“

Amnesty International fordert, dass die Zerstörung der Einzel- und Massengräber der Opfer der Massentötungen der 1980er Jahre gestoppt und das Recht der Familien, ihre Angehörigen in Würde zu begraben, respektiert wird. Amnesty fordert weiter ein Ende der Schikanen gegen die Familien, die nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung suchen, sowie ein gründliches, unabhängiges und wirksames strafrechtliches Ermittlungsverfahren der Fälle des Verschwindenlassens und der außergerichtlichen Hinrichtungen der 1980er Jahre, einschließlich der Bemühungen, die Verbrechen zu vertuschen.

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