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04. September 2018

Vier Christen im Iran drohen insgesamt 45 Jahre Haft

Menschenrechtler rufen die Weltgemeinschaft zum Einsatz für die im Iran verfolgten Christen auf. Internationale Aufmerksamkeit und massiver öffentlicher Druck sind notwendig, um zu verhindern, dass Christen wegen ihres Glaubens jahrelang eingesperrt werden.

Amnesty International macht mit einer Urgent Action darauf aufmerksam, dass vier Angehörige der christlichen Minderheit im Iran allein wegen ihres Glaubens zu insgesamt 45 Jahren Haft verurteilt wurden. Das Regime wirft ihnen u.a. die aktive Mitarbeit in Hausgemeinden und die Veranstaltung von privaten Weihnachtsfeiern vor. Amnesty International fordert die Aufhebung der Urteile, da die Christen allein deshalb verurteilt wurden, weil sie von ihrem Menschenrecht auf Religionsfreiheit Gebrauch gemacht haben. Pastor Victor Bet-Tamraz, seine Frau Shamiram Issavi, Amin Afshar-Naderi und Hadi Asgari sind zurzeit gegen Hinterlegung von Kautionen noch auf freiem Fuß. Ihre Berufungsverfahren sind noch nicht abgeschlossen.

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Pastor Victor Bet-Tamraz und seine Frau Shamiram Issavi (Bild) werden seit Jahren vom Teheraner Regime verfolgt. Der Pastor hatte die Pfingstlich-Assyrische Kirche von Teheran geleitet, bis sie im Jahre 2009 vom Regime geschlossen wurde. Am 26.12.2014 wurde Pastor Victor festgenommen, als er zuhause zusammen mit anderen Christen Weihnachten feierte. Nach mehreren Monaten Haft im Teheraner Evin-Gefängnis wurde er gegen Kaution wieder freigelassen. Er wurde im Juli 2017 von einem Revolutionsgericht wegen Verbreitung des Evangeliums zu 10 Jahren Haft verurteilt. Auch Pastor Victors Frau, die Christin Shamiram Issavi, wurde im Januar 2018 von einem Revolutionsgericht in Teheran zu zehn Jahren Haft verurteilt. Ihr wird „Gefährdung der Staatssicherheit“ vorgeworfen, weil sie an ausländischen Seminaren zu christlichen Themen teilgenommen hat und in der Hausgemeinde ihres Ehemannes aktiv ist.

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Amin Afshar-Naderi (links im Bild) und Hadi Asgari sind ehemalige Muslime, die den christlichen Glauben angenommen haben und der Hausgemeinde von Pastor Victor Bet-Tamraz angehören. Am 26.08.2016 wurden sie bei einer Zusammenkunft mit anderen Gemeindemitgliedern verhaftet. Die beiden Christen wurden dann monatelang ohne Anklage im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten und verhört. Schließlich folgte die Anklage wegen „Gefährdung der Staatssicherheit“, und Anfang Juli 2017 wurde Amin Afshar-Naderi zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Hadi Asgari wurde mit 10 Jahren Haft bestraft. Amin Afshar-Naderi war bereits von Weihnachten 2014 bis Februar 2015 inhaftiert. Die Justiz wirft ihm Mission, Bibelverbreitung und Mitarbeit in Hausgemeinden vor.

Amin Afshar-Naderi wurde Ende Juli 2017 vorläufig aus der Haft entlassen. Hadi Asgari wurde bis zum April 2018 im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten, und dann ebenfalls gegen Hinterlegung einer Kaution vorläufig freigelassen.

Menschenrechtler befürchten, dass die Berufungsrichter die Hafturteile gegen die vier Christen bestätigen werden, da die Regime-Justiz als Unterdrückungsinstrument agiert und das islamistische Regime alles daran setzt, die Verbreitung des christlichen Glaubens im Iran zu verhindern.

Die Verfolgungskampagne des Regimes im Iran, die sich besonders gegen Christen muslimischer Herkunft richtet, hält unvermindert an. Immer mehr Christen werden mit der pauschalen Beschuldigung „Gefährdung der Staatssicherheit“ und „Organisation von Hausgemeinden“ zu hohen Haftstrafen verurteilt.

Damit verletzt das Regime seine völkerrechtlichen Verpflichtungen. Der Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert. Sie beinhaltet das Recht, den eigenen Glauben öffentlich zu bekennen und die Religion zu wechseln.

Menschenrechtler rufen die Weltgemeinschaft zum Einsatz für die im Iran verfolgten Christen auf. Internationale Aufmerksamkeit und massiver öffentlicher Druck sind notwendig, um zu verhindern, dass Christen wegen ihres Glaubens jahrelang eingesperrt werden.

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