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03. Oktober 2018

Teheraner Regime beharrt auf der Todesstrafe gegen Minderjährige: Junge Frau im Iran hingerichtet

Zeinab Sekaanvand wurde mit 15 verheiratet. Als sie 17 war, wurde sie verhaftet, dann zum Tode verurteilt, und mit 24 wurde sie hingerichtet. Weltweit haben Menschenrechtler diese grausame und nach internationalem Recht verbotene Hinrichtung verurteilt.

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Die 24jährige Iranerin Zeinab Sekaanvand (Bild) wurde am 2. Oktober im Gefängnis der nordwestiranischen Stadt Urumieh hingerichtet. Damit setzte sich das Teheraner Regime erneut über alle internationalen Appelle zur Rettung der jungen Frau sowie über die international gültige Menschenrechtsgesetzgebung hinweg. Diese verbietet ausnahmslos und strikt die Anwendung der Todesstrafe gegen Personen, die bei Begehung der ihnen vorgeworfenen Tat noch keine 18 Jahre alt waren.

Zeinab Sekaanvand heiratete im Alter von 15 Jahren einen Mann, der sie körperlich und seelisch misshandelte. Mit 17 wurde sie der Tötung ihres Ehemannes beschuldigt und festgenommen. Ihr wurde der Zugang zu einem Anwalt verwehrt und sie wurde in der Haft von männlichen Gardisten gefoltert und am ganzen Körper geschlagen. Obwohl sie ihre Unschuld beteuerte, wurde sie zum Tode verurteilt.

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, hatte bereits am 12.10.2016 den Stopp dieser Hinrichtung gefordert. Sie erklärte damals:

„Die drohende Hinrichtung der jungen Iranerin Zeinab Sekaanvand Lokran erfüllt mich mit größter Besorgnis.

Zeinab Sekaanvand Lokran war zum Zeitpunkt der ihr vorgeworfenen Taten erst 17 Jahre alt. Es bestehen beträchtliche Zweifel daran, dass in ihrem Verfahren rechtsstaatliche Prinzipien eingehalten wurden.

Sowohl die UN-Konvention über die Rechte des Kindes als auch der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte – beide von Iran ratifiziert – verbieten die Hinrichtung von Menschen, die zum Tatzeitpunkt minderjährig sind.

Die Bundesregierung lehnt die Todesstrafe unter allen Umständen ab. Sollte Iran Zeinab Sekaanvand Lokran hinrichten, wäre dies ein inakzeptabler Bruch des Völkerrechts. Ich appelliere mit Nachdruck an die iranischen Justizbehörden, die geplante Hinrichtung nicht zu vollziehen und Zeinab Sekaanvand Lokran ein faires rechtsstaatliches Verfahren zu ermöglichen – ohne Verhängung der Todesstrafe.“

Menschenrechtler haben die Weltgemeinschaft erneut aufgerufen, sich mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass das Teheraner Regime sich an die weltweit gültige Menschenrechtsgesetzgebung hält. In keinem Land der Welt wurden in den vergangenen Jahren so viele Minderjährige zum Tode verurteilt und hingerichtet wie im Iran. Diese andauernde Missachtung des Völkerrechts dürfe nicht geduldet werden. Insbesondere die Europäische Union, die mehrfach ihre entschiedene Ablehnung der Todesstrafe in allen Fällen und unter allen Umständen bekräftigt hat, sei in der Pflicht, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, damit die Hinrichtungen im Iran ein Ende haben.

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