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24. Oktober 2018

Iran: Repressalien gegen Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh und ihre Familie

Nasrin Sotoudeh ist seit Monaten in Teheran in Haft, weil sie sich für Menschenrechte einsetzt. Durch Besuchsverbote und Schikanen wird sie daran gehindert, ihre Kinder zu sehen. Ihr Ehemann, der ebenfalls festgenommen wurde, wurde nun wegen angeblicher "Gefährdung der Staatssicherheit" angeklagt.

sotoudeh-150-2Die namhafte iranische Rechtsanwältin Nasrin Sotoudeh (Bild) ist seit dem 13. Juni 2018 allein wegen ihrer Menschenrechtsarbeit im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. Die Anwältin, die mit dem Sacharow-Menschenrechtspreis des EU-Parlaments ausgezeichnet wurde, hat in den vergangenen Jahren zahlreiche politische Gefangene und Frauenrechtlerinnen verteidigt. Sie setzt sich für die Abschaffung der Todesstrafe ein und hat Minderjährige vor der Hinrichtung gerettet. Aus diesen Gründen war sie bereits von 2010 bis 2013 in Haft.

Nasrin Sotoudeh protestiert mit einem Hungerstreik gegen ihre unrechtmäßige Gefangenschaft und den anhaltenden Druck auf ihre Familie und Freunde.

Ehemann wegen „Gefährdung der Staatssicherheit“ angeklagt

Reza Khandan, der Ehemann von Nasrin Sotoudeh, wurde am 4. September 2018 festgenommen und ebenfalls im Evin-Gefängnis inhaftiert. Reza Khandan unterstützt seine Frau bei ihrer Menschenrechtsarbeit. Er hat gegen die Verfolgung von Regimegegnern protestiert und sich u.a. in der Kampagne gegen die Zwangsverschleierung engagiert. Seit der Inhaftierung von Nasrin Sotoudeh hat er sich mit Mahnwachen und im Internet für die Freilassung seiner Frau eingesetzt.

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Nasrin Sotoudeh und ihr Ehemann Reza Khandan bei einer Mahnwache in Teheran

Im Oktober wurde Reza Khandan wegen angeblicher „Gefährdung der Staatssicherheit“ angeklagt, ein Vorwand, den die Regime-Justiz systematisch verwendet, um Regimekritiker und Menschenrechtler zu verfolgen und mit langjähriger Haft zu bestrafen.

Besuchsverbote und Drohungen gegen die Schwester

Im September wurde von der Staatsanwaltschaft angeordnet, dass Nasrin Sotoudeh und ihre Besucherinnen im Gefängnis Ganzkörperschleier tragen müssen. Dies war eine offensichtliche Schikane gegen die Rechtsanwältin, die u.a. wegen ihres Einsatzes gegen die Zwangsverschleierung inhaftiert wurde.

Nasrin Sotoudeh protestierte scharf gegen diese Schikane und weigerte sich, der willkürlichen und unrechtmäßigen Anordnung zu folgen. Mitte September wurden ihre 14-jährige Tochter Mehraveh und ihr jüngerer Bruder am Besuch ihrer Mutter gehindert, weil die Tochter keinen Ganzkörperschleier trug, und ein Besuchsverbot wurde gegen die Gefangene verhängt.

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Nasrin Sotoudeh mit ihrer Tochter Mehraveh und ihrem Sohn Nima

Als Nasrin Sotoudehs Schwester, Giti Sotoudeh, am 7. Oktober im Evin-Gefängnis vorsprach und sich über das Besuchsverbot beschwerte, wurde auch ihr der Besuch verwehrt. Da sie weiter auf ihrem Besuchsrecht bestand, wurde ihr die Verhaftung angedroht.

Weltweit fordern Menschenrechtsorganisationen die sofortige und bedingungslose Freilassung von Nasrin Sotoudeh und Reza Khandan sowie das Ende der Repressalien gegen ihre Familie. Sie rufen die internationale Gemeinschaft auf, sich nachdrücklich für die Freilassung der Anwältin und ihres Ehemannes einzusetzen.

mehr Informationen in einem Artikel des namhaften kanadischen Menschenrechtsanwalts Irwin Cotler



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