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05. November 2018

Iran: Christlichem Gefangenen wird medizinische Versorgung verweigert

Der christliche Gefangene Ebrahim Firouzi ist seit 2013 in Haft, weil er den christlichen Glauben angenommen und sich aktiv in seiner Glaubensgemeinschaft engagiert hat. Als zusätzliche Repressalie wird ihm die notwendige medizinische Versorgung verweigert.

firouzi-150Berichten von Menschenrechtlern zufolge wird dem Gefangenen Ebrahim Firouzi (Bild), der im Iran allein wegen seines christlichen Glaubens in Haft ist, von der Gefängnisleitung kontinuierlich die notwendige medizinische Versorgung verweigert. Der 33-jährige Gefangene leidet seit langem an heftigen Zahnschmerzen, die auf seinen Kiefer und seine untere Gesichtshälfte übergegriffen haben, so dass er kaum Nahrung zu sich nehmen kann. Der Gesundheitszustand von Ebrahim Firouzi hat sich in den Jahren seiner Haft erheblich verschlechtert, da ihm immer wieder die notwendige medizinische Versorgung vorenthalten wurde.

Ebrahim Firouzi hat bereits über sechs Jahre in den Gefängnissen des Teheraner Regimes verbracht. Ihm wird vorgeworfen, den christlichen Glauben angenommen zu haben und missionarisch tätig gewesen zu sein. Dafür wurde er seit 2010 bereits dreimal zu Haftstrafen verurteilt. Er ist zurzeit im Rajai-Shahr-Gefängnis in der Stadt Karaj nahe Teheran inhaftiert.

Nach seiner ersten Inhaftierung und Verurteilung in Jahre 2010 wurde Ebrahim Firouzi im März 2012 erneut festgenommen, diesmal unter dem Vorwurf „des Versuchs, eine Website zu erstellen, auf der christliche Lehren verbreitet werden”. Es wurde erneut Anklage wegen „staatsfeindlicher Propaganda” gegen ihn erhoben, wofür er von einem Revolutionsgericht zu einem Jahr Haft und zwei Jahren inneriranischem Exil verurteilt wurde.

Da Ebrahim Firouzi weiter in seiner christlichen Gemeinde aktiv war, wurde er im September 2013 inhaftiert, um seine Haftstrafen zu verbüßen. Seither ist er ununterbrochen in Haft.

Im Jahre 2015 hätte Ebrahim Firouzi eigentlich freigelassen werden müssen, doch im April 2015 verurteilte ein Revolutionsgericht den Gefangenen wegen seiner missionarischen Arbeit zu weiteren fünf Jahren Haft. Ihm wurde vorgeworfen, „eine Gruppe gegründet zu haben mit dem Ziel, die nationale Sicherheit zu gefährden.”

Die Berufung des Gefangenen gegen dieses Urteil wurde im Frühjahr 2017 abgelehnt, so dass Ebrahim Firouzi nun bis Januar 2020 in Haft bleiben muss. Danach wird er zwei Jahre im inneriranischen Exil im Ort Sarbaz in der südostiranischen Provinz Sistan-Baluchestan verbringen müssen.

Die wiederholten Anklagen gegen Firouzi wegen angeblicher staatsfeindlicher Aktivitäten stellen einen Verstoß gegen Artikel 7 des Internationalen Paktes über Bürgerliche und Politische Rechte dar, der 1975 vom Iran ratifiziert wurde und in dem es heißt: „Niemand darf wegen einer Straftat angeklagt oder verurteilt werden, für die er bereits rechtsgültig gemäß dem Gesetz und dem Strafverfahrensrecht des entsprechenden Landes verurteilt oder freigesprochen wurde.”

Unter dem islamistischen Regime im Iran werden immer wieder Christen wegen ihrer aktiven Mitarbeit in ihrer Gemeinde mit der pauschalen Beschuldigung „Gefährdung der Staatssicherheit“ angeklagt und zu langen Haftstrafen verurteilt. Das Regime hat es darauf angelegt, alle - auch christliche - Einflüsse, die eine Gefahr für seine Machtposition darstellen könnten, zu unterdrücken.

Laut dem Weltverfolgungsindex 2018 gehört das Teheraner Regime zu den 10 schlimmsten Christenverfolgern der Welt. Besonders betroffen sind iranische Christen mit muslimischer Vergangenheit, die im Iran fortwährend willkürlicher Verhaftung, Schikanierung und Gefangennahme ausgesetzt sind.

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