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03. Dezember 2018

Iran: Ärzte protestieren für die Freilassung des Menschenrechtsverteidigers Farhad Meysami

Der Teheraner Mediziner und Publizist Farhad Meysami ist allein wegen seines friedlichen Einsatzes für Menschenrechte in Haft. Sein Gesundheitszustand hat sich erheblich verschlechtert.

Im Iran nehmen die Bürgerprotete für Menschenrechte zu. Mit friedlichen Protestkundgebungen fordern Bürgerinnen und Bürger in verschiedenen iranischen Städten immer wieder mutig die Freilassung von inhaftierten Menschenrechtsverteidigern und politischen Gefangenen, obwohl ihnen schwere Repressalien drohen.

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Am 26. November haben vor dem Parlament in Teheran Ärztinnen und Ärzte mit Mahnwachen für die Freilassung ihres Kollegen Farhad Meysami protestiert, der allein wegen seines Einsatzes für Menschenrechte in Haft ist. Sie forderten, dass der schwer erkrankte Gefangene sofort in ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses eingeliefert wird.

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Ihre Forderung wurde von mehr als 400 iranischen Ärztinnen und Ärzten unterstützt, die einen offenen Brief unterzeichnet hatten, in dem tiefe Sorge über den Gesundheitszustand von Farhad Meysami zum Ausdruck gebracht wird.

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Farhad Meysami wurde verhaftet, weil in seiner Wohnung Anstecker mit der Aufschrift „Ich bin gegen die Zwangsverschleierung“ gefunden wurden.

Der Mediziner und Publizist Farhad Meysami, der im Teheraner Evin-Gefängnis in Isolationshaft festgehalten wird, befindet sich in einem besorgniserregenden Gesundheitszustand. Er ist seit dem 31. Juli 2018 in Gefangenschaft, weil er sich gegen Menschenrechtsverletzungen im Iran, darunter gegen die Zwangsverschleierung, einsetzt. Die Regime-Justiz wirft ihm „Gefährdung der Staatssicherheit“ vor, ein pauschaler Vorwurf, der dem Regime als Vorwand bei der Verfolgung und Verhaftung von Menschenrechtsverteidigern dient.

Der 48-jährige Farhad Meysami hat Medizin studiert und nach dem Abschluss als Hochschullehrer gearbeitet. Popularität erlangte er als Autor und Verleger von Büchern, mit denen sich angehende Studenten auf die Universität vorbereiten können.

Der Publizist hat sich immer wieder mit friedlichen Protesten für die Menschenrechte und die Freilassung von politischen Gefangenen im Iran eingesetzt, u.a. zusammen mit der iranischen Sacharow-Preisträgerin und Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh, die ebenfalls in Haft ist.

Bei einer Hausdurchsuchung bei Farhad Meysami fanden Regime-Polizisten nichts Anderes als einige regimekritische Bücher und ein paar Anstecker, bedruckt mit der Aufschrift: „Ich bin gegen die Zwangsverschleierung.“ Seine Unterstützung für Frauen, die den Schleierzwang ablehnen, reichte, um ihn im Gefängnis festzuhalten.

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Farhad Meysami bei einer Mahnwache zusammen mit der Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh, die ebenfalls inhaftiert ist.

Seit seiner Festnahme protestiert Farhad Meysami mit Hungerstreiks gegen seine unrechtmäßige Inhaftierung und dagegen, dass er keinen freien Zugang zu Rechtsanwälten hat. Er erklärte dazu: „Ich bin in den Hungerstreik getreten, um meine Würde und die Würde anderer, die wegen haltloser Anschuldigungen verhaftet wurden, zu verteidigen“.

Menschenrechtler fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung von Farhad Meysami, der allein wegen seiner Menschenrechtsarbeit festgenommen wurde. Seine Inhaftierung ist Teil einer verschärften Verfolgungskampagne gegen Menschenrechtsverteidiger im Iran, mit der das Regime versucht, die Bevölkerung einzuschüchtern und weitere Proteste zu verhindern.

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