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17. Dezember 2018

121 Nobelpreisträger setzen sich für im Iran inhaftierten Mediziner ein

In einem offenen Brief fordern 121 Nobelpreisträger die Aufhebung des Todesurteils gegen den iranischen Mediziner Dr. Ahmadreza Djalali und seine sofortige Freilassung. Der Wissenschaftler wurde im Iran zum Tode verurteilt, weil er sich geweigert hatte, für den iranischen Geheimdienst zu spionieren.

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Der internationale Einsatz für den im Iran zum Tode verurteilten Wissenschaftler Dr. Ahmadreza Djalali nimmt zu. Auf Initiative von Professor Richard Roberts (Bild), dem im Jahre 1993 der Nobelpreis für Medizin verliehen wurde, haben 121 Nobelpreisträger in einem offenen Brief die Freilassung des in Teheran inhaftierten Mediziners gefordert.

Die Nobelpreisträger wiesen am 9. Dezember darauf hin, dass Ahmadreza Djalali in einem unfairen Gerichtsprozess verurteilt worden sei. Der Gesundheitszustand des gefangenen Wissenschaftlers verschlechtere sich rapide. Berichten zufolge musste sich Ahmadreza Djalali am 18. November in einem Krankenhaus einer Notoperation unterziehen, wurde jedoch schon einen Tag später wieder ins Gefängnis zurückgebracht, wo er nur unzureichend behandelt wird.

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Ahmadreza Djalali mit seiner Ehefrau Vida Mehrannia und seinen beiden Kindern vor der Inhaftierung.

Der 46-jährige Ahmadreza Djalali, der seit Jahren mit seiner Familie in Schweden wohnte, war Forscher und Dozent für Notfallmedizin an europäischen Universitäten. Er hat am schwedischen Karolinska-Institut sowie an Universitäten in Italien und Belgien gearbeitet.

Seit Ende April 2016 wird er unrechtmäßig im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. Die Justiz des Teheraner Regimes behauptet, ohne Beweise dafür vorzulegen, Ahmadreza Djalali habe für Israel spioniert. Dafür wurde er im Oktober 2017 von einem Revolutionsgericht zum Tode verurteilt. Über die von ihm eingelegte Berufung gegen dieses Urteil ist noch nicht entschieden.

Ahmadreza Djalali weist den Vorwurf der Spionage mit Nachdruck zurück, der konstruiert worden sei, um ihn zu bestrafen. Der wahre Grund für seine Verurteilung sei, dass er sich geweigert habe, für den iranischen Geheimdienst zu spionieren. In einem Brief enthüllte der Mediziner, dass er im Jahre 2014 vom Geheimdienst des Teheraner Regimes aufgefordert worden sei, diesem geheime Informationen aus EU-Ländern zukommen zu lassen, darunter Informationen über die Abwehr-Vorkehrungen und -Programme dieser Länder gegen Terroranschläge und Angriffe mit Massenvernichtungswaffen, geheime Operationspläne und Forschungsprojekte im Zusammenhang mit Terrorismus und Krisensituationen.

Ahmadreza Djalali berichtete, er habe dies kategorisch abgelehnt und betont, dass er ein Wissenschaftler und kein Spion sei. Seine spätere Verhaftung und Verurteilung seien Vergeltungsmaßnahmen des iranischen Geheimdienstes.

Menschenrechtler weisen darauf hin, dass dies mit Fällen anderer iranischer Wissenschaftler mit Kontakten zu westlichen Universitäten übereinstimmt, die nach konstruierten Beschuldigungen zu Haftstrafen verurteilt wurden, weil sie nicht bereit waren, mit dem Geheimdienst Irans zusammenzuarbeiten. So war der Physiker Omid Kokabee fünf Jahre lang in Teheran in Haft, weil er nicht bereit war, am Atomwaffenprogramm des Teheraner Regimes mitzuarbeiten. Der Wirtschaftswissenschaftler Hamid Babaei wurde im Iran zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil er es ablehnte, seine Studienkollegen in Belgien auszuspionieren.

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