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18. Januar 2019

Iran: Verfolgungskampagne gegen Christen dauert an

Das Teheraner Regime gehört zu den schlimmsten Christenverfolgern der Welt. Besonders betroffen sind iranische Christen mit muslimischer Vergangenheit, die im Iran fortwährend willkürlicher Verhaftung, Schikanierung und Gefangennahme ausgesetzt sind.

Im Iran dauern die Festnahmen von Angehörigen der christlichen Minderheit an. Unter dem islamistischen Regime werden immer wieder Christen allein wegen ihres Glaubens festgenommen und mit der pauschalen Beschuldigung „Gefährdung der Staatssicherheit“ angeklagt.

Ehemalige Muslime, die den christlichen Glauben angenommen haben, dürfen im Iran keine Kirchengemeinden gründen. Daher versammeln sie sich in Privatwohnungen zu Gottesdiensten. Immer wieder werden sie jedoch Opfer von Razzien des Geheimdienstes. Die Hausgemeinden werden geschlossen und die Christen werden zu langen Haftstrafen verurteilt. Viele verlieren ihre Arbeitsstelle aus Glaubensgründen.

Nach Angaben von Menschenechtlern gab es Ende Dezember erneut Verhaftungen in der nahe Teheran gelegenen Stadt Karaj. Dort wurden neun Christen in Haft genommen, denen die Verbreitung des Evangeliums in Hausgemeinden vorgeworfen wird.

Im Laufe des Monats Dezember wurde im ganzen Iran dutzende Christen festgenommen. Berichten zufolge wurden die Festgenommenen zu ihren christlichen Aktivitäten verhört. Sie wurden gezwungen, aufzuschreiben, an welchen Gemeindearbeiten sie mitwirken. Weiterhin wurden sie angewiesen, künftig jegliche Kontakte zu anderen Christen zu unterlassen. Die meisten Verhafteten wurden nach einiger Zeit wieder freigelassen, aktive und leitende Gemeindemitglieder befinden sich jedoch weiter in Gefangenschaft.

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Unter den Verhafteten waren Shima Zanganeh und ihre Schwester Shokoufeh (Bild). Sie wurden am 2. Dezember in ihren Wohnungen in der südwestiranischen Stadt Ahvaz verhaftet und bis Ende Dezember im Sepidar-Gefängnis in Ahvaz festgehalten. Während der Verhöre wurden sie nach Angaben von Familienangehörigen geschlagen. Schließlich wurden sie nach Hinterlegung von Kautionen vorläufig aus der Haft entlassen. Ihnen steht ein Gerichtsprozess wegen „Gefährdung der Staatssicherheit“ bevor.

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In der Stadt Ahwaz wurden am 2. Deember auch die beiden Christen Farzad Behzadizadeh und Abdollah Yousefi (Bild) festgenommen, nachdem ihre Wohnungen durchsucht und Bibeln und christliche Bücher beschlagnahmt worden waren.

Auch in der nordostiranischen Stadt Mashhad waren Christen im Dezember von Festnahmen betroffen, darunter Amir Taleipour und seine Frau Mahnaz Harati, die vor den Augen ihrer siebenjährigen Tochter verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht wurden.

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Bereits am 30. November wurde der 64jährige Jamshid Derakhshan (Bild) während eines Gottesdienstes in einer Hausgemeinde in der Stadt Karaj festgenommen. Der ehemalige Muslim, der vor 30 Jahren zum christlichen Glauben übergetreten ist, war wegen seines Glaubenswechsels in den letzten Jahren bereits dreimal vor Gericht gestellt worden.

Im Dezember war er zwei Wochen lang im Rajaishahr-Gefägnis in Karaj in Einzelhaft und wurde zahlreichen Verhören unterzogen. Nachdem er wegen Verbreitung des Evangeliums angeklagt worden war, wurde er schließlich am 16. Dezember nach Hinterlegung einer Kaution vorläufig freigelassen.

Laut dem Weltverfolgungsindex 2018 gehört das Teheraner Regime zu den 10 schlimmsten Christenverfolgern der Welt. Besonders betroffen sind iranische Christen mit muslimischer Vergangenheit, die im Iran fortwährend willkürlicher Verhaftung, Schikanierung und Gefangennahme ausgesetzt sind. Menschenrechtler appellieren an die Weltgemeinschaft, sich für die verfolgten Christen im Iran einzusetzen.

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