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Elie Wiesel und die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt fordern eine internationale unabhängige Untersuchung des Massakers in Ashraf.
Bei einer internationalen Konferenz in Paris verurteilte der amerikanische Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel am 27. April die Tragödie, die sich im Lager Ashraf im Irak abspielt, und kündigte an, sich mit aller Kraft für die dort lebenden iranischen Oppositionellen einzusetzen.
Am 8. April 2011 haben irakische Truppen auf Verlangen Teherans ein Blutbad in dem Lager Ashraf nordöstlich von Bagdad angerichtet, in dem iranische Oppositionelle leben. Bisher forderte der im Voraus geplante militärische Angriff 35 Todesopfer - darunter acht Frauen - unter den dort lebenden Zivilisten. Mehr als 300 Bewohner von Ashraf wurden verletzt, die meisten erlitten Schussverletzungen. Die Exiliraner in Ashraf sind in ständiger Gefahr, Opfer von weiteren gewaltsamen Übergriffen zu werden.
Prof. Elie Wiesel, ein Überlebender der NS-Konzentrationslager, erklärte, er habe sich nach dem Zweiten Weltkrieg geschworen, nicht mehr zu schweigen, wenn Menschen irgendwo verfolgt werden. „Ich verspreche zu tun, was ich kann, um den Menschen in Ashraf zu helfen. Das darf nicht so weitergehen.“
An der internationalen Konferenz in Paris, an der prominente Menschenrechtsanwälte und Völkerrechtler mitwirkten, nahm auch die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt teil, die in Kolumbien lange in Geiselhaft war. Ingrid Betancourt forderte eine internationale unabhängige Untersuchung des Angriffs auf die Zivilisten in Ashraf. Sie wies darauf hin, dass diese Tragödie zu wenig Beachtung in den Medien findet: „Nachdem wir die Bilder von dem Angriff gesehen haben, können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, als wäre nichts geschehen.“
Unterdessen haben 106 Abgeordnete des schwedischen Parlaments in einer Erklärung internationale Garantien für den Schutz der Bewohner von Ashraf gefordert.
nach Presseberichten
Auszüge aus der Ansprache von Prof. Elie Wiesel
Fünf Frauen unter den Hinrichtungsopfern - Menschenrechtler fordern wirksame Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft, um die Hinrichtungswelle im Iran zu stoppen.
Die Mordaufrufe sind bezeichnend für die Methoden, mit denen die Teheraner Diktatur auch im Exil lebende Oppositionelle verfolgt.
Hunderte Familienangehörige, darunter zahlreiche ältere Menschen, sind im Iran allein wegen familiärer Kontakte zu den in Ashraf und Camp Liberty lebenden iranischen Oppositionellen in Haft.