Menschenrechtsverein


Sprungmarken

Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Aktuelles
24. Mai 2011

Amnesty International: Willkürliche Verhaftungen, Folter und Hinrichtungen im Iran dauern an

Mehrere Festnahmen in Teheran aufgrund familiärer Verbindungen zu iranischen Oppositionellen, die in Ashraf im Irak leben

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International äußerte sich am 20. Mai besorgt über die anhaltende Verfolgung von Regimegegnern im Iran und prangerte willkürliche Verhaftungen, Folter und Hinrichtungen von Oppositionellen an.

Amnesty wies u. a. darauf hin, dass im Iran Anfang Mai mehrere Personen allein deshalb festgenommen wurden, weil sie familiäre Verbindungen zu iranischen Oppositionellen unterhalten, die im Lager Ashraf im Irak leben. In dem Lager Ashraf nordöstlich von Bagdad haben irakische Truppen am 8. April 2011 auf Verlangen Teherans ein Blutbad angerichtet, das 35 Todesopfer - darunter acht Frauen - unter den dort lebenden Zivilisten forderte. Mehr als 300 Exiliraner wurden verletzt.

Einige der im Iran lebenden Angehörigen der Exiliraner in Ashraf wurden festgenommen, weil sie Trauerfeiern für ihre getöteten Verwandten abhielten. Unter den Festgenommenen, so Amnesty International, ist auch der ehemalige politische Gefangene Mahmoud Azimi, dessen 24jährige Nichte Nastaran Azimi bei dem Massaker vom 8. April in Ashraf getötet wurde. Er wurde verhaftet, weil die Familie eine Trauerfeier für die getötete Nichte plante.

Hamid Haeri

 

 

Hamid Haeri wurde im August 2010 wegen familiärer Kontakte zu seinem Sohn, der in Ashraf im Irak lebt, zu 15 Jahren Haft verurteilt. Anfang Mai 2011 wurden auch seine Frau und seine Tochter in Teheran festgenommen.

 

 

 

Unter den Verhafteten ist auch Aria Haeri, deren Sohn und Schwager in Ashraf leben, und ihre Tochter Negar Haeri. Der Ehemann von Aria Haeri, Hamid Haeri, ist bereits seit dem Dezember 2009 in Haft. Er wurde wegen angeblicher „staatsfeindlicher Aktivitäten“ zu fünfzehn Jahren Haft verurteilt. Ihm wurden Kontakte zu seinem in Ashraf lebenden Sohn vorgeworfen.

Amnesty International forderte die sofortige und bedingungslose Freilassung aller, die nur deshalb inhaftiert sind, weil sie ihr Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit wahrgenommen haben oder weil sie Familienverbindungen zu Regimegegnern haben.

In der Erklärung von Amnesty wird auch auf die Verfolgung und Hinrichtung von Angehörigen der arabischsprachigen Minderheit im Iran hingewiesen. Nach Demonstrationen gegen das Regime waren im April 2011 zahlreiche Angehörige dieser Minderheit festgenommen worden. Mehrere von ihnen wurden Anfang Mai in der südwestiranischen Provinzhauptstadt Ahwaz hingerichtet. Einer der Hingerichteten war der erst 16jährige Hashem Hamidi. Amnesty forderte den sofortigen Stopp aller Hinrichtungen im Iran, darunter auch der Hinrichtungen von Minderjährigen, die nach dem Völkerrecht verboten sind.

zur Erklärung von Amnesty International



18. Mai 2012

Regimeterror im Iran: 26 Hinrichtungen in zwei Tagen

Fünf Frauen unter den Hinrichtungsopfern - Menschenrechtler fordern wirksame Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft, um die Hinrichtungswelle im Iran zu stoppen.

17. Mai 2012

Iran: Zweiter Mordaufruf gegen regimekritischen iranischen Musiker in Deutschland

Die Mordaufrufe sind bezeichnend für die Methoden, mit denen die Teheraner Diktatur auch im Exil lebende Oppositionelle verfolgt.

14. Mai 2012

Sorge um Gesundheit: Kobra Banazadeh-Amirkhizi, politische Gefangene im Iran

Hunderte Familienangehörige, darunter zahlreiche ältere Menschen, sind im Iran allein wegen familiärer Kontakte zu den in Ashraf und Camp Liberty lebenden iranischen Oppositionellen in Haft.


Weitere Meldungen ..

Sprungmarken