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12. April 2019

Deutscher Anwaltverein (DAV) fordert unverzügliche Freilassung der iranischen Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh

Edith Kindermann, Präsidentin des Deutschen Anwaltvereins (DAV): "Die Kriminalisierung und Bestrafung friedlicher Menschenrechtsarbeit im Iran ist schockierend. Wir fordern die sofortige Freilassung unserer couragierten Kollegin Sotoudeh, ein Vorbild für uns im Einsatz für Verfahrens- und Menschenrechte".

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Der internationale Einsatz für die Freilassung der iranischen Rechtsanwältin Nasrin Sotoudeh (Bild) wird stärker. Die hoch angesehene Juristin wurde im März von einem Teheraner Revolutionsgericht allein wegen ihres Einsatzes für Menschen- und Frauenrechte zu 33 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt. Damit beträgt ihre gesamte Haftstrafe 38 Jahre, denn Nasrin Sotoudeh war bereits im September 2016 in einem separaten Fall zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Anwältin ist seit Juni 2018 im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert.

Der Deutsche Anwaltverein (DAV) hat am 10. April die unverzügliche Freilassung von Nasrin Sotoudeh gefordert. Im DAV haben sich über 63.000 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte aus 256 örtlichen Anwaltsvereinen im In- und Ausland zusammengeschlossen.

Zur Verurteilung von Nasrin Sotoudeh heißt es in einem Statement des DAV:

Der Deutsche Anwaltverein (DAV) ist schockiert und empört über die erneute Verurteilung der iranischen Menschenrechtsanwältin und Frauenrechtlerin Nasrin Sotoudeh – dieses Mal zu 33 Jahren Gefängnis und 148 Peitschenhieben. „Die Kriminalisierung und Bestrafung friedlicher Menschenrechtsarbeit im Iran ist schockierend“, so die Präsidentin des Deutschen Anwaltvereins, Rechtsanwältin und Notarin Edith Kindermann.

Rechtsanwältin Sotoudeh hat sich in ihrer Arbeit als Verteidigerin insbesondere gegen die Todesstrafe engagiert und sich für Frauenrechte eingesetzt. So hat sie zuletzt zwei Frauen verteidigt, die im Iran gegen das geltende Kopftuchgebot protestierten. Ihr mutiger und unermüdlicher Einsatz zeigt, wie wichtig die Arbeit der Anwaltschaft im Menschenrechtsbereich ist.

Die drakonische Strafe verurteilt der DAV scharf: „Wenn die Ausübung des Anwaltsberufs kriminalisiert wird, kann von rechtsstaatlichen Verfahren nicht mehr gesprochen werden.“ Dass die Nachrichtenagentur der Islamischen Republik im Gegensatz zu internationalen Presseberichten lediglich von sieben Jahren Haft spricht, ist irritierend, gibt jedoch (selbst wenn dies zutrifft) keinen Grund zum Aufatmen – jeder Tag im Gefängnis ist ein Tag zu viel. „Wir fordern die sofortige Freilassung unserer couragierten Kollegin Sotoudeh, ein Vorbild für uns im Einsatz für Verfahrens- und Menschenrechte“, so Kindermann.

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