Menschenrechtsverein


Sprungmarken

Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Aktuelles-500
18. April 2019

Kanadisches PEN-Zentrum ehrt Nasrin Sotoudeh für ihre Menschenrechtsarbeit

Der Autorenverband PEN International, in dem 144 PEN-Zentren in 102 Ländern zusammengeschlossen sind, fordert die Aufhebung des gegen die iranische Rechtsanwältin Nasrin Sotoudeh gefällten Unrechtsurteils und ihre sofortige Freilassung.

Nasrin Sotoudeh-150

Die internationale Unterstützung für die im Iran inhaftierte Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh (Bild) nimmt zu. Die hoch angesehene Juristin wurde im März von einem Teheraner Revolutionsgericht allein wegen ihres Einsatzes für Menschen- und Frauenrechte zu 33 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt. Damit beträgt ihre gesamte Haftstrafe 38 Jahre, denn Nasrin Sotoudeh war bereits im September 2016 in einem separaten Fall zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ihre Verurteilung hat im Iran und weltweit Empörung und Proteste ausgelöst.

Am 11. April wurde Nasrin Sotoudeh der One Humanity Award des Kanadischen PEN-Zentrums verliehen. Die Autoren-Vereinigung würdigte damit ihren Einsatz für die Menschenrechte und unterstützte gleichzeitig die Forderungen nach der sofortigen Freilassung der Anwältin. Es ist bereits das zweite Mal, dass Nasrin Soutedeh mit dem Preis des kanadischen PEN-Zentrums geehrt wurde.

Die namhafte kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood rief zum Einsatz für die Freilassung der Menschenrechtsanwältin auf. „Nasrin Sotoudeh hat Frauen und Kinder unermüdlich gegen genau solche willkürlichen Justizurteile verteidigt, die jetzt angewendet werden, um sie zum Schweigen zu bringen“, so Margaret Atwood. „Lassen Sie uns dazu aufrufen, dass Nasrin Sotoudeh umgehend und bedingungslos freigelassen wird.“

Richard Stursberg, der Präsident des kanadischen PEN-Zentrums, bezeichnete Nasrin Sotoudeh als eine Heldin. Sie habe die Redefreiheit unter unerträglichen Umständen verteidigt, ohne sich einschüchtern zu lassen. Mit dem Preis werde sie für ihren Mut und ihre Aufrichtigkeit ausgezeichnet.

mehr Informationen

Nasrin Sotoudeh, die im Jahre 2012 mit dem Sacharow-Menschenrechtspreis des EU-Parlaments ausgezeichnet wurde, ist seit Juni 2018 im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. Sie hat in den vergangenen Jahren zahlreiche politische Gefangene und Frauenrechtlerinnen verteidigt und sich aktiv gegen den Schleierzwang engagiert. Die Anwältin setzt sich auch für die Abschaffung der Todesstrafe ein und hat Minderjährige vor der Hinrichtung gerettet. Aus diesen Gründen war sie bereits von 2010 bis 2013 in Haft.

PEN-150

Bereits im März hat PEN International, der Dachverband der nationalen PEN-Zentren, die Aufhebung der Verurteilung von Nasrin Sotoudeh und ihre sofortige Freilassung gefordert. PEN International schloss sich damit den Forderungen der PEN-Zentren von Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden an.

Der Autorenverband äußerte sich tief besorgt über das Unrechtsurteil, das gegen Nasrin Sotoudeh verhängt wurde. Damit seien die Rechte der Anwältin schwer verletzt worden. Nasrin Sotoudeh sei für viele Menschen auf der ganzen Welt ein Vorbild für Zivilcourage. Ihre Verurteilung sei ein deutliches Zeichen, dass die iranische Justiz zu einem Instrument der Unterdrückung geworden sei.

Der PEN International ist der Dachverband für 144 PEN-Zentren in 102 Ländern und ist beratendes Mitglied der UNESCO.

mehr Informationen



06. Juli 2020

UN-Menschenrechtsexperten verurteilen heimliche Hinrichtung eines politischen Gefangenen im Iran

Der Gefangene Hedayat Abdollahpour wurde heimlich in eine Militärbasis verschleppt und dort von einem Erschießungskommando hingerichtet. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen sind weitere politische Häftlinge in akuter Hinrichtungsgefahr.

03. Juli 2020

Menschenrechtsgruppen berichten über Folter und erzwungene "Geständnisse" im Iran

Ein neuer Menschenrechtsbericht belegt, dass das iranische Staatsfernsehen in den letzten zehn Jahren mindestens 355 durch Folter erzwungene "Geständnisse" ausgestrahlt hat, um die Bevölkerung einzuschüchtern und regimekritische Stimmen zu unterdrücken.

01. Juli 2020

Drohende Hinrichtungen: Todesurteile wegen Mitwirkung an Bürgerprotesten im Iran

Menschenrechtsgruppen setzen sich dafür ein, dass alle von der Regime-Justiz im Iran gegen Demonstranten gefällten Todesurteile aufgehoben werden. Alle Gefangenen, die allein wegen ihrer Teilnahme an Bürgerprotesten festgehalten werden, müssen unverzüglich freigelassen werden.


Weitere Meldungen ..

Sprungmarken